28.04.2016 | Politik

Berlin: Koalition verschiebt Sonderförderung für Wohnungsneubau

Steuerförderung für Wohnungsneubau verschoben: Ziel des Gesetzentwurfs war es, den Neubau von Mietwohnungen in Ballungsräumen zu fördern
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die große Koalition hat die angekündigte Steuervergünstigung für den Wohnungsneubau verschoben. Grund seien Differenzen zwischen den Regierungsparteien, heißt es aus Berlin. Der Immobilienverband IVD und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes halten dieses Vorgehen für unverantwortlich. Die steuerliche Förderung von Wohnungsbau wird den Verbänden zufolge dringend gebraucht, um die Wohnungsknappheit zu beenden.

Ein Grund dafür, dass der für gestern geplante Beschluss verschoben wurde, ist Medienberichten zufolge die harsche Kritik, die am vergangenen Montag in einer Expertenanhörung laut wurde: So fordert etwa der Deutsche Städtetag alternativ eine Investitionszulage, damit auch öffentliche Wohnungsunternehmen in den Genuss einer Förderung kämen.

IVD: Verfahren schnellstmöglich wieder aufnehmen

"Wir fordern, das Verfahren schnellstmöglich wieder aufzunehmen, damit das Gesetz doch noch wie ursprünglich geplant Mitte Mai im Bundesrat abschließend beraten werden kann", sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

Zusätzliches Ziel müsse eine Ausdehnung der bisher diskutierten Förderung auch auf den Dachgeschossausbau und Aufstockungen sein, denn dort könne schnell und verhältnismäßig günstig zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

"Wir wissen von vielen Investoren, dass sie geplante Bauvorhaben zurückgestellt haben bis das Gesetz verabschiedet ist", so Schick weiter.

Baugewerbe: Finanzausschuss stoppt Wohnungsbau

„Mit dem voraussichtlichen Aus der steuerlichen Förderung des Wohnungsneubaus hat der Finanzausschuss den Menschen, die in den Ballungsgebieten eine Wohnung suchen, einen Bärendienst erwiesen. Sie werden weiter suchen müssen.“ Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa, die Entscheidung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags.

Das Hin und Her um die steuerliche Förderung schrecke private Investoren ab und führe zu Attentismus auf dem Wohnungsmarkt. "Mit einer solchen Wohnungsbaupolitik werden wir die notwendigen 400.000 neuen Wohnungen jedenfalls nicht auf den Markt bekommen“, so Pakleppa.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Immobilienverband, Förderung, Neubau, Berlin

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