Für das Knorr-Bremse-Areal hat die Regierung in Berlin einen Kompromiss gefunden Bild: Knorr-Bremse

Die Berliner Landesregierung hat sich über die Nutzung des neun Hektar großen früheren Knorr-Bremse-Areals in Berlin-Marzahn geeinigt. Wie der Radiosender rbb berichtet, sollen neben Gewerbe auch Wohnungen entstehen. Nach Einschätzung des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) kommt die Stadt mit dem Bauen nicht schnell genug voran. Die Folge: Bauinteressenten und Immobilienkäufer müssen selbst im Berliner Speckgürtel immer tiefer in die Tasche greifen.

Der Einigung sei ein Spitzentreffen des Wirtschaftssenats und des Senats für Stadtentwicklung zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) vorausgegangen, meldet der rbb. Kommende Woche solle die Einigung in der Senatssitzung beschlossen werden, hieß es.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) hatten sich zuvor nicht einigen können, wie die Fläche genutzt werden soll. Pop wollte einen Gewerbestandort, Lompscher nur Wohnungen.

Wohnungswirtschaft: In Berlin entstehen zu wenige Neubauten

"In Berlin entstehen immer noch zu wenige bezahlbare Mietwohnungen", sagte BBU-Chefin Maren Kern. Es gebe Anzeichen, dass sich die Entwicklung sogar verschärfen könnte.

Die BBU-Mitgliedsunternehmen haben nach Aussage von Kern im vergangenen Jahr rund 4.000 Wohnungen gebaut. Das seien 800 Wohnungen weniger gewesen als geplant. Man müsse auch davon ausgehen, dass viele dieser Wohnungen nie gebaut würden.

Bauvorhaben nach Protesten nicht umgesetzt

Gründe sind dem Verband zufolge unter anderem verzögerte Genehmigungen, weil Ämter schlecht besetzt seien, Uneinigkeit zwischen Senat und Bezirken bestünden oder Baukapazitäten fehlten. Auch die Bürgerbeteiligung, die der rot-rot-grüne Senat anstrebe, verzögere Projekte oft um Monate, kritisierte Kern. Manche Vorhaben würden nach Protesten nicht umgesetzt.

Der BBU steht nach eigenen Angaben für 40 Prozent der Berliner Mietwohnungen. Die Stadt wuchs zuletzt pro Jahr um rund 40.000 Einwohner.

Immobilien zur Selbstnutzung oder Geldanlage immer beliebter

Käufer von Eigentumswohnungen oder Bauinteressenten müssen in Brandenburg immer tiefer in die Tasche greifen – vor allem im Berliner Speckgürtel. Der Umsatz bei den Immobilienverkäufen sei 2017 im Vergleich zum Vorjahr auf 5,9 Milliarden Euro um acht Prozent gestiegen, sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange in Potsdam.

Vorgestellt wurde der Grundstücksmarktbericht 2017. Immobilien zur Selbstnutzung oder als Geldanlage seien immer beliebter. "Der Boom ist ungebrochen", sagte sie. Vor allem das Berliner Umland und Orte, die mit dem Nahverkehr gut erschlossen seien, profitierten davon.

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Schlagworte zum Thema:  Berlin, Stadtentwicklung, Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien

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