Infografik

Die Deutschen werden immer älter. Zwischen 2000 und 2015 ist das Durchschnittsalter von 40,6 auf 43,9 Jahre gestiegen. Dabei gibt es große regionale Unterschiede, wie eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt. Die Bevölkerung in strukturschwachen Gebieten altert am stärksten, während das Durchschnittsalter in der Universitätsstadt Freiburg mit der jüngsten Bevölkerung bei 39,8 Jahren liegt.

Die Studentenstadt Heidelberg hat die zweitjüngste Bevölkerung Deutschlands mit einem Durchschnittsalter von 39,9 Jahren. In einigen ostdeutschen Landkreisen und kreisfreien Städten liegt das Alter zehn Jahre darüber, wie die Auswertung zeigt. Die ältesten Deutschen leben demnach in Dessau mit einem Schnitt von 49,5 Jahren.

In Dessau ist fast jeder Dritte älter als 64 Jahre, in Freiburg und Heidelberg sind es nur rund 16 Prozent. Auch in anderen kreisfreien Städten und Landkreisen Sachsen-Anhalts ist das Durchschnittsalter hoch. Am jüngsten sind die Universitätsstädte Magdeburg und Halle mit 44,8 und 44,2 Jahren. Aber auch sie liegen über dem Bundesdurchschnitt von 43,9.

Die Bevölkerung von Berlin ist mit durchschnittlich 42,4 Jahren etwas älter als die der alten Bundeshauptstadt Bonn (41,2 Jahre). Grund sind die hohe Anzahl an Single-Haushalten und der wachsende Zustrom westdeutscher Studenten. Berlin ist nicht zuletzt aufgrund des anhaltenden Wachstums eines der Top-Investitionsziele für ausländisches Kapital.

Der Abstand zwischen Groß- und Universitätsstädten und den Regionen abseits der Ballungsräume ist allgemein größer geworden. Grund ist eine Abwanderung der jungen Bevölkerung. Besonders betroffen waren zuletzt Suhl (Thüringen) und die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße (beide Brandenburg). Sie haben zwischen 2000 und 2015 zwanzig Prozent der Einwohner verloren. In Suhl liegt das Durchschnittsalter inzwischen bei 49,1 Jahren. Nicht nur bezahlbare Studentenzimmer, auch altersgerechte Wohnungen sind bundesweit Mangelware.

Einzelne ländliche Regionen stellen sich dem Trend der Überalterung entgegen, wie die Zahlen der BBSR-Studie zeigen. Etwa Vechta (40) und Cloppenburg in Niedersachsen (40,1) haben eine junge Bevölkerung, da hier viele Familien mit Kindern leben. Auch in den Umlandkreisen der wirtschaftsstarken Metropolen ist das Durchschnittsalter niedrig, beispielsweise in Freising (40,6) und Erding (41,4) bei München. Hier zieht es vor allem Familien ins engere Umland.

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