Baustaatssekretär Adler verlässt Innenministerium

Innenminister Horst Seehofer hatte Baustaatssekretär Gunther Adler im Herbst 2018 gegen Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen austauschen wollen. Nach Protesten aus der Immobilien- und Wohnungswirtschaft blieb er auf seinem Posten. Jetzt wurde bekannt, dass Adler Seehofer den Rücken kehrt und Arbeitsdirektor der künftigen Autobahn-Gesellschaft des Bundes werden soll.

Die Gewerkschaften Verdi und der Beamtenbund sollen den SPD-Politiker Gunther Adler wohl für den Posten des Arbeitsdirektors vorgeschlagen haben, wie die Bundesarchitektenkammer (BAK) mitteilt. Die Infrastrukturgesellschaft für Autobahnen und andere Bundesfernstraßen (IGA) wurde 2018 als bundeseigene GmbH gegründet.

BAK und der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss forderten nun, dass schnellstmöglich ein neuer Baustaatssekretär ernannt wird. 

"Gunther Adler war stets ein Mittler zwischen den unterschiedlichsten parteipolitischen Interessen. Seine hohe Fachkompetenz hat ihn für uns zu einem geschätzten Gesprächspartner gemacht." ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner

Adler war 2014 aus dem nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium nach Berlin gewechselt. Im März 2018 hatte Horst Seehofer Gunther Adler überraschend als Baustaatssekretär übernommen. Im September kündigte der CSU-Innenminister an, Adler gegen Maaßen (CDU) austauschen zu wollen. Zwei Tage nach dem Wohngipfel 2018 im Kanzleramt, haben sich Seehofer, Kanzlerin Angela Merkel und Andrea Nahles (SPD) auf eine andere Lösung für Maaßen geeignet, und Adler durfte bleiben.

ZIA: Rahmenbedingungen für Investoren verbessern

Von Adlers Nachfolger erwartet der Verband, dass er als oberste Priorität die Rahmenbedingungen für private Investoren weiter verbessert. Nur so könne eine "ganzheitliche Stadtentwicklung" gelingen und bezahlbares Wohnen und Bauen realisiert werden, so Mattner weiter.

"Wohnungsbau und Stadtentwicklung benötigen auch weiterhin eine kompetente Stimme in der Bundesregierung. Gunther Adler wird als ausgewiesener Kenner der Baubranche und aller Bauthemen große Fußstapfen hinterlassen." Barbara Ettinger-Brinckmann, BAK-Präsidentin

Ettinger-Brinckmann äußerte außerdem die Erwartung an Minister Seehofer, dass das Bauen auch weiterhin in seiner zentralen Bedeutung in einem Staatssekretär-Posten Niederschlag finden müsse.


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