Baupreise für neue Wohnungen erhöhen sich wie seit Jahren nicht mehr Bild: soaxx2011363-10 Siemens AG

Bauen wird teurer in Deutschland. Im August 2017 sind die Preise gegenüber August 2016 um 3,1 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das ist die höchste Preissteigerung seit neun Jahren (August 2008: plus 3,3 Prozent). In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" wurde die Bauwirtschaft mitverantwortlich gemacht. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) wehrt sich gegen Vorwürfe.

So hatte der Projektentwickler Christoph Gröner dem Spiegel gesagt, die Bauwirtschaft konzentriere sich nur auf das obere Fünftel der Bevölkerung, das fast jeden Preis zahlen könne. Die Branche verstehe es hingegen nicht, günstig zu bauen.

"Die Bauwirtschaft baut nur diejenigen Wohnungen, die von Bauherren und Bauträgern beauftragt werden", erwiderte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa zu den im Spiegel erhobenen Vorwürfen. Die hohe Nachfrage, gerade im hochpreisigen Bereich von Immobilien, sei vor allem durch die Finanzmarktkrise verursacht.

Pakleppa: Hohe Baukosten politisch indiziert

"Die Bauwirtschaft setzt sich dagegen seit Jahren in der „Kampagne für den Wohnungsbau“ als auch im Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen dafür ein, dass mehr preiswerte Wohnungen auf den Markt kommen", so Pakleppa.

Dafür müsse die Politik die Rahmenbedingungen ändern, ein hoher Anteil der Baukosten sei politisch indiziert. Dazu gehört für uns, verfügbare Baugrundstücke bei niedrigen Baulandpreisen zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Erdarbeiten besonders teuer

Tatsache ist, die Preise steigen weiter: Von Mai 2017 auf August 2017 erhöhten sich die Baupreise noch einmal um 0,7 Prozent. Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden stiegen von August 2016 bis August 2017 um drei Prozent. Am teuersten waren die Erdarbeiten mit plus 4,6 Prozent.

Bei den Ausbauarbeiten nahmen die Preise um 3,1 Prozent zu. Die Instandhaltung an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) verteuerte sich um 3,5 Prozent.

Auch Preise für Büroneubau legen zu

Die Neubaupreise für Bürogebäude stiegen laut Destatis um 3,2 Prozent. Für gewerbliche Betriebsgebäude erhöhten sie sich gegenüber August 2016 um 3,3 Prozent.

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