03.01.2013 | Bericht

Bauindustrie leidet unter sparenden Kommunen

Die Kommunen halten sich zurück
Bild: Haufe Online Redaktion

Die deutsche Bauindustrie verfehlt ihre Umsatzprognose für 2012: Der Hauptverband war von einem Plus von vier Prozent ausgegangen, realistisch sind laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" ein bis zwei Prozent. Besonders die kommunalen Aufträge sind eingebrochen.

"Wenn wir ein Plus von ein oder zwei Prozent geschafft haben, können wir noch zufrieden sein", sagte Hauptgeschäftsführer Michael Knipper der Zeitung (Mittwoch).

Während der Wohnungsbau die Erwartungen voll erfüllt und der Wirtschaftsbau sich ordentlich gehalten habe, seien vom öffentlichen Bau keine Impulse ausgegangen. Die Kommunen seien trotz sprudelnder Einnahmen als Auftraggeber "dramatisch weggebrochen". Knipper verwies auf Einschätzungen des Deutschen Städtetages, wonach die Bauausgaben der Kommunen im zurückliegenden Jahr mit 15 Milliarden Euro das Vorjahresniveau um rund 15 Prozent unterschritten hätten.

Der Deutsche Städtetag begründete den scharfen Rückgang mit dem Wegfall des Konjunkturprogramms in Folge der Finanzkrise. Dies habe zwischen 2009 und 2011 für "erfreulich hohe" Investitionen gesorgt, sagte Geschäftsführer Stephan Articus der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. Die Investitionsschwäche vieler Kommunen sei dadurch verdeckt worden. Die Sozialausgaben der Kommunen seien in den vergangenen 20 Jahren immer weiter angestiegen.

Kurz vor Weihnachten hatte der Verband der Bauindustrie wegen starker Auftragseingänge im Herbst von einem "goldenen Oktober" gesprochen. Für 2012 sei das aber zu spät gewesen, weil die schlechte Witterung es nicht nicht mehr zugelassen habe, die Aufträge abzuarbeiten. Über die Erwartungen für das neue Jahr will die Branche in der kommenden Woche informieren.

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