Der Immobilienberater Avison Young wird das britische Maklerhaus GVA mit Hauptsitz in London kaufen. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilten die Unternehmen mit. Verkauft wird GVA von Apleona, einer Tochter des Investors EQT Partners. Avison Young wächst durch die Übernahme auf 5.000 Mitarbeiter weltweit an.

Avison Young mit Sitz in Kanada will GVA vollständig in das bestehende Geschäft in Großbritannien integrieren. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden. GVA war zum 1.1.2018 aus der Apleona Gruppe ausgegliedert worden. Beide Firmen gehören dem schwedischen Investor EQT.

Die Transaktion und die Refinanzierung sollen aus Barmitteln und einem Kredit der Credit Suisse finanziert werden. Außerdem ist eine Kapitalerhöhung geplant, an der Gesellschafter und GVA-Mitarbeiter teilnehmen, die auch Partner (Principals) bei Avison Young werden sollen. Die Partner halten die Mehrheit der Anteile.

Im Juli war der kanadische Vermögensverwalter Caisse de dépôt et placement du Québec (CDPQ) mit rund 250 Millionen Kanadischen Dollar bei Avison Young eingestiegen – unter anderem, um das geplante anorganische Wachstum voranzutreiben.

Cross-Border-Aktivitäten ausbauen

"Es ist unsere Ambition und unser Ziel, unseren Footprint in Europa und darüber hinaus signifikant auszuweiten. Mit der Akquisition von GVA setzen wir unsere Strategie konsequent um." Mark E. Rose, CEO von Avison Young

Im Vereinigten Königreich werde man zu den führenden Immobilienberatern zählen. Durch die Übernahme werde die Geschäftstätigkeit zudem internationaler.
Udo Stöckl, Principal und Managing Director von Avison Young in Deutschland, ergänzt: "Auch nach dem Brexit wird der dortige Markt zu den attraktivsten und liquidesten in Europa zählen. Unsere durch die Transaktion gestärkte Präsenz auf der britischen Insel wird ein zusätzlicher Treiber des Cross-Border-Geschäfts auch in Deutschland sein."

Weitere Übernahmen auch in Deutschland geplant

Avison Young hat derzeit nach eigenen Angaben 2.700 Mitarbeiter und unterhält 85 Büros in Kanada, den USA, Mexiko, Großbritannien, Deutschland, Rumänien und Südkorea. Mit der Akquisition wächst das Unternehmen um weitere 1.500 Mitarbeiter und 15 Büros, unter anderem in Irland und Polen.

Durch das mit dem Einstieg von CDPQ zur Verfügung stehende Kapital soll auch zukünftig globales Wachstum finanziert werden. Für Deutschland ist dabei unter anderem die Integration weiterer gewerblicher Immobiliendienstleister geplant.

Bei der Akquisition von GVA wurde Avison Young in Finanzierungsfragen von Credit Suisse und KPMG beraten. Rechtlich begleiteten Gowling (UK), DLA Piper (USA) und Stikeman Elliott (Kanada) die Transaktion auf Käuferseite. EQT und Apleona wurden in Finanzierungsfragen von BofA Merill Lynch und rechtlich von Milbank, Tweed, Hadley & McCloy beraten.

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