27.01.2012 | Unternehmen

Auch Schlecker-Tochter IhrPlatz pleite

Die Schlecker-Tochter IhrPlatz folgt der Mutter in die Insolvenz. Das Osnabrücker Unternehmen habe beim Amtsgericht Ulm einen entsprechenden Antrag eingereicht, sagte ein Schlecker-Sprecher am Donnerstag.

Betroffen seien rund 650 Filialen und 5.800 Mitarbeiter. Am Montag hatte Schlecker selbst Insolvenz angemeldet. IhrPlatz und die Auslandsgeschäfte waren bei der Insolvenz des Drogerie-Unternehmens Schlecker zunächst außen vor geblieben.

Das Osnabrücker Unternehmen befinde sich aber in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker, begründete der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz den Insolvenzantrag für die Tochter. IhrPlatz solle Teil der Restrukturierung werden, deren Ziel der Erhalt des Gesamtunternehmens sei.

Nach dpa-Informationen schreibt auch IhrPlatz seit Jahren Verluste und musste daher ebenfalls in das Verfahren der Mutter mit einbezogen werden. Es gab auch Überlegungen, die Osnabrücker Firma so schnell wie möglich zu verkaufen.

Einigung mit Hauptgläubiger Markant

Schlecker nahm am Donnerstag den sogenannten Regelbetrieb wieder auf, nachdem sich Geiwitz und das Management am Mittwoch mit dem wichtigsten Gläubiger, der Einkaufsgemeinschaft Markant, geeinigt hatten. Das gilt auch für IhrPlatz. Dazu werde es in den kommenden Tagen auch Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft Verdi geben.

Schlecker hat nun für die Mutter Anton Schlecker e.K., die Schlecker XL GmbH, die Schlecker Home Shopping GmbH und IhrPlatz Insolvenzanträge eingereicht. Wann das erste Verfahren eröffnet werde, sei noch offen, sagte Insolvenzrichter Benjamin Webel. Für die Auslandsgeschäfte wurde kein Antrag gestellt.

Schlecker hatte IhrPlatz Ende 2007 übernommen. Für das Unternehmen ist es die zweite Insolvenz. Bereits im Mai 2005 war die Kette zum Amtsgericht gegangen, hatte sich danach aber in Eigenverwaltung saniert. Damals wurden 80 Läden geschlossen.

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