Aldi Nord will neue Discounter mit Wohnungen aufstocken: In Berlin sollen bereits zwei Leuchtturmprojekte in der Umsetzungsphase sein. "Das ist die Idee: Im Erdgeschoss ein Aldi-Markt und darüber Wohnungen", heißt es in der Mitteilung des Handelskonzerns. Ob man auch als Vermieter auftreten will oder die Wohnungen verkaufen wird, teilte das Unternehmen nicht mit.

In den Bezirken Neukölln und Lichtenberg entstehen in einem ersten Schritt 200 Wohnungen über einem Discounter. Weitere fünfzehn Standorte befänden sich in konkreter Planung, so der Konzern.

Insgesamt hat Aldi Nord rund 2.000 Wohnungen an mindestens 30 Standorten in Berlin angekündigt. Hintergrund für die Bauvorhaben könnte sein, dass das Unternehmen einfacher an Baugenehmigungen für größere Ladenflächen kommt, wenn es gemischt genutzte Immobilien baut. Der Berliner Senat will die oft nur eingeschossig bebauten Supermarktstandorte stärker für Wohnungen nutzen.

"Die Situation in und um Berlin betrifft uns gleich in zweierlei Hinsicht", sagt Jörg Michalek, Geschäftsführer der Aldi Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG. Mit der wachsenden Bevölkerung in der Hauptstadt steige nicht nur der Bedarf an Wohnraum, sondern auch an Nahversorgern vor Ort. Dazu komme, dass die Modernisierungsstrategie des Unternehmens den Umbau des gesamten Filialnetzes vorsehe. Die neuen Märkte im Aniko-Stil (Aldi Nord Instore Konzept) haben den Unternehmensangaben zufolge eine geplante Größe von bis zu 1.400 Quadratmetern.

Aldi Nord setzt bei seinem Bauvorhaben auf eine enge Zusammenarbeit mit den Stadtbezirken und dem Senat. "Wir wollen aktiv bei der Nachverdichtung Berlins und beim ökologischen Stadtumbau unterstützen", so Michalek abschließend.

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