Der Ausbau des Amerikageschäfts hat sich für die Aareal Bank gelohnt Bild: Cushman & Wakefield

Die Aareal Bank Gruppe hat im zweiten Quartal 109 Millionen Euro verdient. Das sind elf Millionen weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Belastet wurde das Konzernergebnis durch Rückstellungen in Höhe von 24 Millionen Euro zur "Optimierung von Strukturen und Prozessen". Geplant sind auch Stellenstreichungen. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet der Immobilienfinanzierer einen Gewinn zwischen 310 und 350 Millionen Euro.

Nach den Übernahmen der Konkurrenten Corealcredit und Westimmo in den vergangenen Jahren sollen jetzt die Strukturen gestrafft und Personal abgebaut werden. Denkbar sind laut Vorstandschef Hermann Merkens etwa 100 Stellen von insgesamt 2.800 Arbeitsplätzen in der gesamten Aareal Group. Etwa vor einem Jahr hatte Merkens angekündigt, unter anderem das Dienstleistungsgeschäft mit der Wohnwirtschaft durch weitere Zukäufe ausbauen zu wollen. Auch der noch zur NordLB gehörende Immobilienfinanzierer Deutsche Hypo werde begutachtet, "das heißt aber dann nicht, dass wir zwingend zugreifen", so Mertens.

Neugeschäft boomt in Nordamerika

Das Neugeschäft mit Immobilienfinanzierungen belief sich im zweiten Quartal auf zwei Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahresbeginn ist das ein Anstieg von elf Prozent. Maßgeblich getrieben ist dieses Ergebnis durch den angekündigten weiteren Ausbau des Geschäfts in margenstarken Märkten wie Nordamerika. In Europa ist der Markt derzeit aufgrund der Niedrigzinsen überschwemmt, was auf die Preise drückt.

Auf Nordamerika entfielen im zweiten Quartal 44 Prozent des Neugeschäfts und 56 Prozent auf Europa. Für das zweite Halbjahr erwartet die Aareal Bank einen rückläufigen Anteil des Nordamerika-Geschäfts am gesamten Neugeschäft.

Dienstleistungs-Tochter Aareon mit planmäßigem Ergebnis

Im Segment Consulting / Dienstleistungen, das sich im Rahmen des Umbauprogramms "Aareal 2020" zu einem wesentlichen Wachstumstreiber der Gruppe entwickeln soll, hat die IT-Tochter Aareon im zweiten Quartal ein solides Ergebnis vor Steuern von acht Millionen Euro erwirtschaftet. Dies führte in diesem Segment zu einem Anstieg der Umsatzerlöse auf 55 Millionen Euro (Q2/2016: 52 Millionen Euro).

Die Marktakzeptanz für die neu entwickelten digitalen Lösungen der Aareon seien zuletzt spürbar gewachsen, vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, wie das Unternehmen mitteilt. Der Umsatz der Aareon mit digitalen Lösungen belief sich im ersten Halbjahr auf 16 Millionen Euro.

Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für Aareal Bank am Donnerstag (10.8.2017) auf "Neutral" mit einem Kursziel von 38 Euro belassen. Das zweite Quartal des Immobilienfinanzierers habe seinen Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Philipp Häßler. Das Analysehaus Independent Research hat die Einstufung für Aareal Bank auf "Halten" mit einem Kursziel von 39 Euro belassen. Der Immobilienfinanzierer habe ein von Sondereffekten geprägtes solides Quartal hinter sich, so Analyst Markus Rießelmann.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienbank, Immobiliendienstleister, Gewinn, Rückstellung, Personalabbau

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