03.08.2012 | Verwalter

Regierung will Verwalterberuf nicht regulieren

Derzeit keine Regulierung des Verwalterberufs in Sicht
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Mit einer gesetzlichen Regulierung des Berufs des Immobilienverwalters ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Die Bundesregierung sieht keinen Anlass, über die schon erforderliche Gewerbeanmeldung hinaus weitere Erfordernisse oder Beschränkungen einzuführen.

Die Bundesregierung kann sich mit der Forderung des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter e.V. (DDIV), den Beruf des Immobilienverwalters gesetzlich zu regulieren, nicht anfreunden. In einer Antwort auf eine kleine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion heißt es, es lägen im Bereich der gewerblichen Verwaltung von Wohnungseigentum keine gravierenden Missstände vor, die es rechtfertigen würden, Zugangsbeschränkungen in Form von Qualifikationsnachweisen einzuführen. Es solle grundsätzlich den Eigentümergemeinschaften vorbehalten bleiben, wen sie als Verwalter für geeignet halten.

Verwalter hätten schon aus Wettbewerbsgründen ein eigenes Interesse daran, sich die für ihre Aufgaben erforderlichen Kenntnisse zu verschaffen und sich fortzubilden. Zudem biete die Mitgliedschaft in einem Berufsverband ein aussagekräftiges „Gütesiegel“. Bereits in einer Stellungnahme Ende Juni 2011 hatte die Regierung Handlungsbedarf verneint.

KfW-Förderung soll bleiben, wie sie ist

Auch für Änderungen am Antragsverfahren für Förderungen durch die KfW sieht die Regierung keinen Anlass. Das übliche Antragsverfahren der KfW-Programme für „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“ stehe sowohl einzelnen Wohnungseigentümern als auch Wohnungseigentümergemeinschaften offen. Auch am Durchleitungsprinzip, wonach die Vergabe von KfW-Mitteln über die Hausbanken abgewickelt wird, will die Regierung nicht rütteln.

Verband will am Ball bleiben

„Die Bundesregierung versteckt sich hinter zweifelshaften Argumenten. Wir zweifeln an, dass der eingeführte Beruf des Immobilienkaufmanns als Qualitätsmerkmal für die ganze Branche gelten kann. Viel zu gering sind hier in den letzten Jahren die Ausbildungszahlen gewesen,“ kommentiert Steffen Haase, Vizepräsident des DDIV, die Ausführungen der Regierung. „Der DDIV ist beim Thema Zugangsvoraussetzungen seit langer Zeit unterwegs. Die Antwort der Bundesregierung und unsere Verantwortung für den Verwalter und den Verbraucher zeigen uns, dass es immer noch ein weiter, aber auch sehr wichtiger Weg ist.“ Trotz der weiterhin ablehnenden Haltung der Regierung zeigt sich Haase zuversichtlich: „Wir werden ans Ziel kommen!“

Die Antwort der Bundesregierung im Wortlaut (BT-Drucks. 17/10216)

Schlagworte zum Thema:  WEG-Verwalter, Immobilienverwalter

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