| Versicherungsrecht

Eigentümer muss Schadenszeitpunkt beweisen

Genauer Zeitpunkt entscheidet über Einstandspflicht
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Verlangt ein Hauseigentümer nach einem Wasserschaden Ersatz von der Wohngebäudeversicherung, muss er beweisen, dass der Schaden zu einem Zeitpunkt entstanden ist, als die Versicherung schon bestand. Unklarheiten über den Schadenszeitpunkt gehen zulasten des Eigentümers.

Hintergrund

Der Eigentümer eines Einfamilienhauses verlangt von seiner Wohngebäudeversicherung Ersatz wegen eines Leitungswasserschadens. Bis Juni 2003 unterhielt der Eigentümer eine Wohngebäudeversicherung bei Versicherung A, ab Juli 2003 bei Versicherung B.

Im Juli 2004 bemerkte der Eigentümer in der Küche Durchfeuchtungen. Als Ursache wurde ein Leck an der Kaltwasseranschlussleitung des Geschirrspülers festgestellt. Es ließ sich nicht mehr ermitteln, wann das Leck entstanden ist, namentlich ob vor oder nach dem Versicherungswechsel. Mehrere Gutachter kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Der Eigentümer verlangt von der neuen Versicherung (Versicherung B) Ersatz von knapp 30.000 Euro.

Entscheidung

Die Versicherung muss nicht zahlen. Der Eigentümer konnte nicht nachweisen, dass das Leck erst nach dem Versicherungswechsel am 1.7.2003 entstanden ist.

Der Umstand, dass der Eigentümer den Wasserschaden erst etwas mehr als ein Jahr nach Beginn des Versicherungsverhältnisses mit Versicherung B bemerkt hatte, spricht für sich genommen dafür, dass das Leck nicht schon vor dem 1.7.2003, aufgetreten ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass dem so war, reicht aber nicht aus.

Die Unklarheit darüber, wann der Schaden entstanden ist, geht zulasten des Eigentümers.

(OLG Celle, Urteil v. 10.5.2012, 8 U 213/11)

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