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Ungereimheiten um millionenschwere Moskauer LBBW-Immobilie

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat eine 100 Millionen Euro schwere Immobilieninvestition in Moskau von Anwälten auf Ungereimtheiten überprüfen lassen. Das erfuhr dpa in Stuttgart aus den Reihen der Landesregierung.

Die Informanten aus der Landesregierung bestätigten der Nachrichtenagentur dpa damit einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht. Dabei geht es um das German Centre der LBBW. Laut dem Bericht flossen 30 Millionen Euro an eine Firma auf den British Virgin Islands für die Übernahme einer zypriotischen Projektgesellschaft.

Bis heute wisse man bei der LBBW nicht, wer hinter dieser Firma steckt und wofür das Geld floss, schreibt das Hamburger Magazin weiter. Bei einer internen Überprüfung habe man keine Erklärung für den Verkauf gefunden, bestätigte ein Insider der dpa. Bei der LBBW war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Am 23. Februar will Bankchef Hans-Jörg Vetter laut "Spiegel" dem Aufsichtsrat einen Bericht der Anwaltskanzlei White & Case vorlegen, die den Vorgang seit 2010 untersucht.

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte das Projekt bei der Eröffnung im Jahr 2009 als "Erfolgsmodell deutscher Außenwirtschaftspolitik" gepriesen. Etwa sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt sollte es auf einer Fläche von 24.000 Quadratmetern eine Anlaufstelle mit Büros und technischen Einrichtungen für mittelständische Betriebe werden, die auf den russischen Markt gehen wollen.

Die LBBW wollte 120 Mieter für das German Center Moskau gewinnen. Bisher sind es dem Magazin zufolge 16. Nach dpa-Informationen kam es bei dem Geschäft - gemessen an den Planungen - zu Verlusten in Höhe von 30 Millionen Euro. Der Grund sei, dass anfangs mit einem höheren Quadratmeterpreis kalkuliert wurde, als er dann angesichts der Finanzkrise erzielt werden konnte. Diese 30 Millionen stünden in keinem Zusammenhang mit der Zahlung in gleicher Höhe an die Firma auf den Virgin Islands.

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