16.07.2013 | Top-Thema "Was wir wollen, ist Systemcontracting"

Sechs Fragen an Hans-Lothar Schäfer

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Hans-Lothar Schäfer
Bild: Techem

Die Techem GmbH hat die Ergebnisse 2012/2013 bekanntgegeben: Der Konzernumsatz belief sich auf 704,1 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch nicht in allen Bereichen wurden Steigerungen erzielt. Die Haufe Online-Redaktion hat bei Hans-Lothar Schäfer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, nachgefragt.

Frage 1: Herr Schäfer, Energy Services + 3,7 Prozent, Energy Contracting - 5,1 Prozent: Da ging im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Schere ungeplant immer weiter auseinander.
Schäfer: Da ging keine Schere auseinander. Schon gar nicht ungeplant! Wir unterteilen nämlich das Energy Contracting in Bereiche, die wir strategisch wollen und andere, die wir nicht wollen. Was wir wollen, ist Systemcontracting: Wir investieren in Kälte- und Heizungsanlagen oder Blockheizkraftwerke, und betreiben diese Anlagen. Dabei fokussieren wir uns auf die Kunden, die wir kennen: Wohnungswirtschaft und zum Teil auch gewerbliche Immobilienwirtschaft. In den Bereichen, die wir für strategisch wichtig erachten, sind wir sogar um zehn Prozent gewachsen.

Frage 2: Was ist mit dem Industriebereich?
Schäfer: Aus dem Industriebereich und auch aus kurzfristigen Contracting-Verträgen gehen wir raus. Unser Deinvestment dort betrug im letzten Geschäftsjahr 16 Millionen Euro.

Frage 3: Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang die Gesetzesänderungen im Bereich Contracting?
Schäfer: Die Mietrechtsänderungen sehen wir als positive Herausforderung. Wir wollen nur noch bestimmte Zielgruppen mit nachhaltigen Verträge beliefern: Investieren, Betreiben, Strom liefern. Die letzten Gesetzesänderungen von 2011 haben nur den Startpunkt für unsere Strategie beschleunigt.

Frage 4: Sie erwarten im nächsten Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich. Wären sie wieder nur mit 1,6 Prozent zufrieden?
Schäfer: Wir wollen weiter im einstelligen Bereich wachsen, erwarten aber definitiv mehr als 1,6 Prozent. Fünf Prozent Umsatzwachstum sind unsere Zielmarke.

Frage 5: Wie sieht Ihre Finanzierungsstruktur genau aus? Zu wie viel Prozent sind Sie fremdfinanziert?
Schäfer: Unser Fremdkapital beträgt fast 1,3 Milliarden Euro. Der Shareholder ist mit 700 Millionen Euro investiert. Das heißt zu zwei Dritteln arbeiten wir mit Fremdkapital. Mit unserem Eigentümer, dem Infrastrukturfonds MEIF II sind wir übrigens nach wie vor sehr zu frieden. Und er mit uns.

Frage 6: In Ihrer Pressemitteilung fehlen Angaben zum Unternehmensgewinn. Wie ist Ihre Gewinnsituation?
Schäfer: Darüber informieren lediglich unsere Investoren. Das kann man nachlesen im Bundesanzeiger. Oder in Berichten vom Kapitalmarkt für professionelle Investoren.


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Schlagworte zum Thema:  Interview, Energie, Immobilienwirtschaft

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