10.09.2013 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Summ, summ, summ …

Serienelemente
Verschmutzungen durch Bienen sind hinzunehmen
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Vor Gericht werden oft auch ungewöhnliche und skurrile Fälle verhandelt. In "Der Verwalter-Brief" und auf dem Haufe Themenportal Immobilien stellen wir regelmäßig solche Fälle vor. Diesmal geht es um Bienen.

Mit besonderen tierischen Hinterlassenschaften musste sich das LG Dessau-Roßlau befassen. Der Eigentümer eines Grundstücks hatte gegen den Nachbarn, der 16 Bienenvölker sein Eigen nennt, geklagt. Sein Grundstück werde durch wachshaltigen Bienenkot verunreinigt, den die Bienen bei ihrem alljährlichen Reinigungsflug im Frühjahr hinterließen.

„Das ist halt die Natur“, sagte das LG Dessau-Roßlau (Urteil v. 10.5.2012, 1 S 22/12). Der Reinigungsflug mit Abkotungsvorgang sei – ebenso wie der Flug zur Blütenbefruchtung – artspezifisches Verhalten von Bienen und daher hinzunehmen. Vom Nachbarn könne auch nicht erwartet werden, seine Bienen zeitweise umzusiedeln, da nicht vorhersehbar sei, wann genau die Insekten ihren Stock verlassen, um sich Erleichterung zu verschaffen. Letztendlich handle es sich bei den Verunreinigungen um eine Unannehmlichkeit, die hinzunehmen sei.

Schlagworte zum Thema:  Nachbarrecht

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