| CRES-Studie

Verwalterhonorare seit 2010 nur um bis zu zwei Euro netto monatlich gestiegen

Vergütung von Immobilienverwaltern stagniert, trotz gestiegener Anforderungen
Bild: Haufe Online Redaktion

Die durchschnittliche monatliche Vergütung im Bereich der WEG-Verwaltung von weniger als 49 Wohneinheiten hat sich seit 2010 um weniger als zwei Euro auf 19,67 Euro netto erhöht. Bei der WEG-Verwaltung von mehr als 100 Wohneinheiten beträgt die Steigerung sogar nur 0,90 Euro netto. Das zeigt eine Studie des Centers for Real Estate Studies (CRES) im Auftrag der Immobilienverbände ZIA, IVD und BVI. 

Das CRES hatte einen Vergleich mit den Zahlen einer Studie aus dem Jahr 2010 gezogen, die von der BID-Vorgängerorganisation BSI Bundesvereinigung der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft in Auftrag gegeben worden war.

Auch Vergütung bei Mietverwaltung steigt nur wenig

Ähnliche Zahlen haben sich bei der Untersuchung der Mietverwaltung ergeben. Für die Betreuung und den Werterhalt eines Mietshauses von weniger als zehn Mietparteien erhält der Verwalter im Durchschnitt 22,74 Euro netto pro Monat, im Gegensatz zu 21,31 Euro netto im Jahr 2010. Bei einem Miethaus von bis zu 29 Wohneinheiten hat sich die Vergütung CRES zufolge durchschnittlich von 19,39 Euro auf 25 Euro netto gesteigert.

Geht man wie CRES davon aus, dass im selben Zeitraum der Verbraucherpreisindex in Deutschland um sieben Punkte gestiegen ist und 100 Euro etwa 6,54 Euro "weniger wert" sind, lässt sich erkennen, dass die Vergütung von Immobilienverwaltern nicht nur stagniert, sondern tatsächlich rückläufig ist. Dabei sind den Studienautoren zufolge die Anforderungen an Immobilienverwalter durch zusätliche Aufgaben wie die Pflichten im Zuge des Meldegesetzes, des Mess- und Eichgesetzes und des Mindestlohngesetzes höher als noch vor fünf Jahren.

Sonderleistungen selten in Rechnung gestellt

Ein weiteres Ergebnis der aktuellen Studie ist, dass die Mehrheit der Verwalter (68 Prozent) zusätzliche Aufgaben bislang innerhalb der Grundvergütung abrechnet. So würden etwaige Sonderleistungen wie die Aufstellung einer Hausordnung von nur 17 Prozent der Verwalter oder die Bescheinigung nach § 35 EStG von nur 38 Prozent der Verwalter als solche abgerechnet.

Sondervergütungen werden der Studie zufolge erst aufgerufen, wenn ein höherer Aufwand oder externe Kosten anfallen. Die am häufigsten abgerechneten Sonderleistungen in der WEG-Verwaltung sind die Organisation einer zweiten Eigentümerversammlung oder eines außergerichtlichen Mahnverfahrens, die Zustimmung zum Eigentumsverkauf und die Erstellung von Kopien.

Bei der Mietverwaltung lassen sich die Verwalter am häufigsten die komplette Vermietungsleistung einschließlich der Vermarktung, Besichtigung, Exposé-Erstellung, die erhöhten Verwalterleistungen bei Mieterwechsel und Modernisierungsmaßnahmen gesondert vergüten.

Bestellerprinzip verändert Leistungsspektrum nur selten

Das Bestellerprinzip, das mit der Novelle des Mietrechts im Juni 2015 eingeführt wurde, hat laut der Studie bei den Verwaltern nur in Maßen (bei 30 Prozent) zu einem veränderten Leistungsspektrum geführt.

"Bei unserer Tätigkeit handelt es sich um eine qualifizierte Dienstleistung, deren Komplexität und Umfang oft unterschätzt wird", sagt Thomas Meier, Präsident des BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter. Er sieht die aus der Studie erkennbare Öffnung der Schere zwischen Aufwand und Vergütung der Verwaltung kritisch.

"Wer eine professionelle und zeitgemäße Verwaltung seiner Immobilie wünscht, sollte berücksichtigen, dass diese nur mit einer entsprechenden angemessenen Vergütung möglich ist", so Meier.

Vergütungsstudie soll Transparenz schaffen

Die Erhebung der Entgelte sei ein wichtiger Schritt in Richtung Transparenz, so Markus Jugan, Vorsitzender des Bundesfachausschusses Verwalter im Immobilienverband IVD.

Ähnlich sieht es der ZIA Zentrale Immobilien Ausschuss. "Eine professionelle Verwaltung ist eines der wichtigsten Fundamente für die Steuerung von Immobilieninvestments", sagt ZIA-Geschäftsführer Klaus-Peter Hesse.

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Schlagworte zum Thema:  Verwalter, Verwaltung, Honorar, Immobilienverband, WEG-Verwaltung, WEG-Verwalter

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