09.09.2014 | Top-Thema Roundtable Digital Real Estate 2014

Technologien vor dem Markteintritt

Kapitel
Bild: Haufe Online Redaktion

Immobilienwirtschaft Was ist steht in Deutschland aus technologischer Sicht vor dem Durchbruch? Worauf setzen Sie?

Dr. Hasse            Sie glauben, dass ich das jetzt hier erzähle…?!

Immobilienwirtschaft  Ja!?

Kramer             Also, im Fokus wird die Vernetzung von Diensten stehen, darüber können Mehrwertorientierung und Datenwertschöpfung stattfinden. Daran angelehnte, integrierte Dienstleistungen in Analogie zum CarSharing Modell von "Drive now" werden künftig immer mehr entstehen. Es braucht dafür eine Kombination aus Geschäftsmodell und Technik, die es einfach macht, daraus einen Mehrwert für den Endkunden zu erzeugen. Dieser entschiedet letztendlich mit seinem Akzeptanzgrad über Erfolg oder Misserfolg. 

Immobilienwirtschaft  Aber wir sind uns einig, dass der Vernetzungsgrad dafür momentan noch zu wünschen übrig lässt!

Kramer                Absolut! Technisch sind wir nah dran. Das betrifft auch die Einbeziehung des Privatkunden in die Mehrwertgenerierung. Denn es geht nicht nur darum, es dem Kunden nett zu machen, sondern ihn auch Tätigkeiten übernehmen zu lassen, die der Dienstleister dann nicht mehr machen muss. Das betrifft vornehmlich den Außendienst eines Dienstleistungsunternehmens. Per CRM und Ticketsystem ändert die Vernetzung dann auch in Folge die Arbeit in der Zentrale, dabei vor allem auch die Prozesse dahinter. Es dürfen für die Prozessbeteiligten keine Medienbrüche mehr vorhanden sein. Das wird keine 10 Jahre mehr dauern.

Hofmann            Obwohl, wenn man sieht, wie schnell die Smartphones Veränderungen bewirkt haben - das hat nur fünf Jahre gedauert und war völlig unvorhersehbar. Was das weiterhin für Auswirkungen auf Produktionsprozesse haben wird - und diese finden ja auch meistens in Gebäuden statt - wissen wir noch nicht genau. Da passieren viele Dinge wie Vernetzung, Sensoring oder eine Machine-to-Machine-Kommunikation, die uns auch aus der Immobiliensicht beschäftigen werden.

Dr. Hasse            Die Konvergenz zwischen Mensch und Technologie ist nicht mehr trennbar. Es könnte auch in weniger als fünf Jahren zu Entwicklungen kommen, die wir heute noch nicht sehen. Gewiss ist: Die Welt wird in fünf Jahren anders aussehen. Das liegt auch an den gesunkenen Investitionssummen. Der Trend etwa zu Tagging und Bewegungsaufzeichnung der Menschen in der Wohnung wird kommen. Das gleiche gilt für Energie: Wir können heute nicht nur nachträglich verstehen, wer am meisten Energie in einem Haus verbraucht hat. Wir können auch die Heizung steuern unter Einbezug des tatsächlichen oder vorhergesagten Wetters. Sensoring, machine-to-machine: wichtig ist, dass die Strategien zu Ende gedacht werden und keine weiteren Insellösungen entstehen. Das ist ein wichtiger Punkt in der Strategie der Aareon. Wir beschäftigen uns auch strategisch mit Themen, die in allen Ländern wichtig sind: Alter, Energie, auch mit Wohnen als Erlebnis!

Dr. Grüning        Was in unserem Bereich kommen wird, ist im Reporting das Thema mobile Datenerfassung und -kommunikation. Etwas länger wird das Papierlose Büro benötigen, bis bis es sich flächendeckend durchsetzt. Die Vernetzung wird natürlich fortschreiten. Die "händische" Ableserei von Zählern vor Ort wird endlich zurückgehen.

Gerritsen            Wir sind davon überzeugt, das derzeit etwa durch die Mobilität eine revolutionäre Entwicklung im Gang ist. Die Vernetzung unserer Person in ihren verschiedenen Rollen wird zunehmen. Ich bin Mitarbeiter, Fondsanleger, Mieter und vieles mehr. Die Frage ist nur, wie lange es dauern wird.

Dr. Hasse            Die Daten werden zum Treiber der Geschäftsmodelle. Und kein einzelner Geschäftszweig kann das ausbremsen. Es gibt durch die Globalisierung auch keinen, der es alleine steuern könnte: weder die Banken, noch das Handwerk, noch die Wohnungswirtschaft. Das treibt auch nochmal die Geschwindigkeit. Und wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer.

Kramer     Alles wird wirklich komplett anders werden. Heute kann man an der Ampel per Mobiltelefon einkaufen. Das hätte noch vor kurzer Zeit keiner für möglich gehalten. Wir dürfen uns aber auch nichts vormachen: die Immobilien- und Wohnungswirtschaft ist bei diesen Entwicklungen nicht der Vorreiter. Andere Wirtschaftszweige waren da anderem Druck ausgesetzt. Die mussten im Eiltempo digitalisieren und haben das Papier bereits abgeschafft. Das wird in unserer Branche auch ziemlich bald kommen. Wer in diesem Prozess dann kein Getriebener sein will, muss investieren und selber mitdenken. Aus unserer Perspektive bedeutet das: Wir sind Softwareentwickler, wir treten mit unseren nutzwertigen Entwicklungen nach außen und begeistern. Wir wagen den Blick über den Tellerrand in andere Branchen. Gerade was heute alles auf so einem kleinen Smartphone zusammenlaufen kann: Da geht vieles! Die zu Grunde liegenden Prozesse sind hochkomplex, doch vorneheraus habe ich eine App und die ist einfach! Man darf dabei um Gottes Willen nicht oberflächlich werden! Der Nutzer weiß den Aufwand dahinter zu schätzen, deswegen erreichen wir ihn schneller als wir denken!      

Gerritsen            Der Schlüssel dafür ist hier schon am Tisch. Das Smartphone hat jeder am Mann.

Tipp: Weitere exklusive Aussagen der Entscheider zu den Businessmodellen in Bezug auf das Trendthema Digital Real Estate lesen Sie in Immobilienwirtschaft Heft 9 / 2014.  

Schlagworte zum Thema:  Digital, Immobilien-Software, Software, ERP-Software, Cloud

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