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Real Estate Talk. Partnering: Haufe Bild: YouTube

Der ERP-Software-Markt befindet sich in einer Zwischenphase auf dem Weg zur weitgehenden Digitalisierung aller Prozesse. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit lassen sich die dabei auftretenden vielfältigen Herausforderungen zum allseitigen Vorteil bewältigen.  

Wie werden Sie aufbauend auf Ihren jetzigen Erfahrungen das Partnering in Zukunft weiter gestalten? Worin liegt der Benefit beim Kunden?

Dr. Westphal:

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Dabei erfährt der Kunde einen sehr hohen Nutzen in der Verknüpfung zweier Systeme. Im Projektverlauf stellen wir oft fest, dass die jeweilige Lösung einen großen Mehrwert auch für viele andere bieten würde. Darüber hinaus machen wir konkrete Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Partner und entwickeln gemeinsam ein oft über lange Jahre währendes Geschäftsmodell. Aktuell sind wir in der Entstehungsphase einer Kooperation mit Immosolve im Vermietungsbereich, die sich wieder aus einem Kundenprojekt entwickelt hat.

Dr. Thies: Wir wissen ja noch gar nicht, wo das Ganze endet. Die Strukturen und Arbeitsabläufe bei einem Verwalters oder einem Wohnungsunternehmens werden sich in Zukunft stark verändern. Dort sitzen heute Leute, die viele Daten manuell erfassen. Morgen aber werden diese Daten strukturiert ins System kommen und automatisiert weiterverarbeitet. Verwalter und Wohnungsunternehmen werden in Zukunft eine andere Wertschöpfung für Ihre Kunden erbringen müssen? In Zukunft ist digitaler Datenaustausch so normal wie die Postzustellung. Konkret etwa arbeiten wir gerade mit einem neuen Partner an einem Online Spar-Portal oder binden Mieterportale an, um mehr Komfort, Funktionalität und zusätzliche Geschäfte zu ermöglichen.

 

Maschinen als Partner

Was ist bei Yardi in der Pipeline, speziell für den deutschen Markt?

Gerritsen: 2021 – so wird geschätzt – werden sieben Prozent aller Jobs von Maschinen erledigt. Viele dieser Jobs im Bereich von Planung, Buchhaltung und Abrechnung gibt es auch in der Immobilienwelt. Wir wollen der Frontplayer sein, der diese Evolution federführend mitgestaltet. Die Verwaltung eines Objekts wie auch die eines Investments wird auf eine komplett andere Weise stattfinden. Große Kostenpositionen für Immobilien sind etwa auch Einkäufe von Dienstleistungen und Produkten. Das findet heutzutage alles noch sehr manuell statt. Für Europa und natürlich auch Deutschland haben wir deshalb einen Marktplatz entwickelt. Der funktioniert ähnlich der Amazon-Plattform – aber sehr spezifisch für die Immobilienwirtschaft. 

Schneider: Wichtig ist für Aareon die Lieferantenanbindung. Das geht von Bestellautomatisierung über Abwicklung bis zur Rechnung. Weiterhin kommt jetzt das intelligente Gebäude mit Macht. Selbstverständlich stehen wir fast täglich mit Startups in Kontakt. Neu ist dabei unsere Zusammenarbeit mit KIWI, die das Thema Smart Access wirklich gut angegangen sind. Intensiv arbeiten wir zurzeit an der Einbindung der Versorgungs- und Energiewirtschaft zur Wohnungswirtschaft hin. Dabei spielt das Thema Cloud und SaaS im Sinne von Zurverfügungstellung zentraler Service-Plattformen eine Rolle. Und diese sind nur einige der aktuellen Felder, auf denen wir arbeiten. Weil diese keiner ganz allein bestellen kann, ist Partnering ein ganz wichtiger Zukunftsaspekt für alle Softwareanbieter.

Dieser Text stammt aus "Immobilienwirtschaft" Heft 12_2016/01_2017

Schlagworte zum Thema:  ERP-Software, Digitalisierung, Webbasierte ERP-Software, Immobilien-Software, Software Wohnungswirtschaft, Kooperation

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