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Real Estate Talk Partnering. Aareon Bild: YouTube

Ein wichtiger Punkt bei Partnerschaften ist das Thema Wertschöpfung. Denn es gilt genau zu bestimmen, an welchen Punkten des Geschäftsprozesses diese für welche Partner stattfindet. 

Noch sind wir sozusagen in einer Zwischenphase.

Gerritsen: So ist es. Und das Interessanteste an dieser Zwischenphase ist, dass Standardisierung und Vereinfachung derzeit bereits stattfindet – weltweit, aber auch in Deutschland und auch im Immobilienbereich. Denn die großen Player, Eigentümer oder Investoren haben bereits heute an Immobilien dieselben Erwartungen bezüglich Datenqualität und -verfügbarkeit wie an Aktien.

 

Und wie gelingt bei Partnerschaften innerhalb der beteiligten Unternehmen noch ausreichend Wertschöpfung?

Dr. Westphal: Es ist ganz einfach: Wir bieten unserem Kunden per Zusammenspiel der Partner eine nutzenbringende Leistung an. Dieser wiederum generiert daraus Wertschöpfung. Dann ist er auch bereit, diese Leistung zu honorieren.

Partnering und Wertschöpfung

Findet diese Wertschöpfung hauptsächlich im Internet statt?

Dr. Westphal: Häufig ja. Doch diejenigen, mit denen wir heute in den Wohnungsunternehmen sprechen, denken oft noch nicht so. Sie haben etwa Bedenken in Bezug auf Datensicherheit. Sie möchten lieber ihre Daten im eigenen Keller wissen als Client-Server-Lösung. Ich frage dann: Nutzen Sie keine E-Mail? Machen Sie kein Online-Banking?

Gerritsen: Und im gleichen Moment greifen sie zum Smartphone und wollen wissen, wer gerade Präsident in Sambia ist. Wenn die Antwort dann länger als eine halbe Sekunde dauert, sind sie enttäuscht. Ich wundere mich: Wenn es um relevante Zusammenhänge geht  – etwa darum, wie die Performance meines Portfolios ist oder warum sie einen Abwärtstrend zeigt  - dann darf die Informationsbeschaffung schwierig und langwierig sein. Wenn es aber um belanglose Informationen geht, dann frage ich Google, dann will ich die Information einfach und sofort verfügbar.

Dr. Thies: Entscheidend für die Wertschöpfung ist, dass wir unsere Kundenbeziehung erhalten. Dann werden wir die Steuerungsmöglichkeit haben, etwas selber zu entwickeln oder in Partnerschaften zu realisieren. Die Wertschöpfung ist also möglich, wenn wir zum Kunden hin Qualität und Automatisierung über ein umfassendes Ökosystem liefern. Wir dürfen uns nicht in individuellen Erweiterungen verlieren und hier noch eine Schnittstelle bauen und dort noch eine Anpassung vornehmen.

 

Wo genau also gelingt in den Unternehmen Wertschöpfung?

Schneider: Ein Beispiel: Jedes Unternehmen erhält heute massenhaft Rechnungen. Wir bieten auf diesem Feld den Versorgern, den Versicherungen und allen anderen Dienstleistern mit dem Aareon Rechnungsservice eine zentrale Service-Plattform für diese Rechnungsdaten. Und unsere Systeme verarbeiten diese in einem smarten Prozess. Dabei darf jedoch auch das nicht untergehen, was auf der Rechnung neben dem Bruttobetrag noch alles enthalten ist. Denn da stecken noch viele Informationen und Mehrwerte drin.

 

Die gibt es auch an anderen Ecken.

Schneider: Ja, wenn etwa ein alleinstehender älterer Mensch heute bis um drei Uhr nachmittags keine 15 Liter Wasser verbraucht hat, können die Systeme einen Hinweis – beispielsweise an das Rote Kreuz – schicken, um einen Kontrollanruf zu tätigen oder sogar einmal nachzuschauen. Letztlich wird durch ganz andere Verfügbarkeiten ein Erschließen und Managen dieser ja vorliegenden Messdaten in  bisher völlig unbeackerten Themenfeldern ermöglicht.

Gerritsen: Genau betrachtet ist das, was heute zumeist gemacht wird, nur die Verbesserung einer altmodischen Situation. Heute haben wir die Daten und Messwerte von Mietern und Handwerkern in elektronischer Form. Und neue Reportings mit Grafiken sind ja auch schön anzusehen.

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Dieser Text stammt aus "Immobilienwirtschaft" Heft 12_2016/01_2017

Schlagworte zum Thema:  ERP-Software, Digitalisierung, Webbasierte ERP-Software, Immobilien-Software, Software Wohnungswirtschaft, Kooperation

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