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Bild: YouTube Real Estate Talk. Partnering: Crem Solutions

Im Partnering kommt es auch zu Kooperationen mit Konkurrenten. Dabei gibt es kaum Scheu zur Zusammenarbeit.

Herr Dr. Westphal, Sie sind Bestandteil  des Nemetschek-Konzerns. Wie ist dort die Philosophie des Partnerings?

Dr. Christian Westphal, Crem Solutions: Die Stärke der Nemetschek Group ist, dass sie aus unabhängigen und eigenständigen Brands besteht. In ihrer Gesamtheit bietet die Gruppe Lösungen, um alle Phasen des Lebenszyklus einer Immobilie softwareseitig abzubilden. Die Philosophie ist, die Zusammenarbeit und den Austausch untereinander, mit offenen Schnittstellen auch darüber hinaus, zu fördern und dabei konsequent den Fokus auf den Kundennutzen zu richten. Das leben wir natürlich auch bei uns. Als Crem Solutions stehen nicht unsere Partner oder wir im Vordergrund, sondern stets die bestmögliche Lösung für unsere Kunden

 

Kooperieren auch Sie mit Konkurrenten?

Dr. Westphal: Ja. Das ist aus meiner Sicht sehr wichtig.

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Beispielsweise gestalten wir mit einigen die Initiative Res-Q. In diesem Rahmen analysieren wir Themen aus Softwareherstellersicht und entwickeln neue Lösungsansätze, von denen die gesamte Immobilienbranche profitieren kann.

 

Welche sind das?

Dr. Westphal: Ein zentrales Thema ist die Harmonisierung des Datenaustauschs der verschiedenen Systeme für Property-, Asset- und Fondsmanagement. Es gibt bereits konkrete Ergebnisse und erste Schnittstellen, die im Einsatz sind. Ganz aktuell diskutieren wir im Initiativkreis das Thema Building Information Modeling (BIM), das insbesondere von Seiten der Nemetschek Group stark getrieben wird. BIM ist leider nach wie vor nahezu ausschließlich in der Planungs- und Bauphase präsent. Leider wird es im Verwaltungsbereich bisher kaum genutzt. Einigkeit besteht darin, dass die Vorhaltung und Fortschreibung wichtiger Gebäudedaten und Dokumente sowohl im Facility als auch im Property- und Asset Management großen Nutzen bringen wird.

Schnittstellen gehören zum Partnering

Sie, Herr Schneider, fahren bei Aareon eine internationale Expansionsstrategie – da muss der Schnittstellenfaktor ja exponentiell wachsen?!

Schneider: Bei uns hat jeder Kunde, der eine Schnittstelle wollte, diese auch bekommen! Dazu muss man natürlich sagen: Damit eine Schnittstelle Nutzen stiftet, müssen auch die entsprechenden Daten vorhanden sein. Doch weil wir so viele Partner haben, haben wir zu diesen auch zumeist generische Schnittstellen.

Dr. Westphal: Ein Teil unserer Erlöse kommt vom Schnittstellen bauen. Ich finde, unsere Kunden sollten lieber in den Ausbau von Standards und in innovative Prozesse investieren, als immer wieder Schnittstellen zu anderen Systemen mit leichten Anpassungen kaufen zu müssen.

Dr.  Thies: Wer eine ernsthafte Partnerstrategie verfolgt, für den sind natürlich die Schnittstellen ein ganz zentrales Thema. Das ist ein wichtiger Leistungsbaustein, den wir anbieten müssen. Und ja, es gibt  zu wenige Standard-Schnittstellen für immobilienwirtschaftliche Softwaresysteme.

Schneider: Ich habe da ein schönes Beispiel aus den USA für eine Standard-Schnittstelle. Argus Commercial Real Estate funktioniert wunderbar.

Gerritsen: So sollte es auch sein. Google etwa setzt auch einen Standard – während der Immobilienmarkt noch über die Definition eines Quadratmeters diskutiert. Das wird irrelevant sein in einer größeren Umgebung. Mächtige Marktteilnehmer werden den Standard bestimmmen.

Dieser Text stammt aus "Immobilienwirtschaft" Heft 12_2016/01_2017

Schlagworte zum Thema:  ERP-Software, Digitalisierung, Webbasierte ERP-Software, Immobilien-Software, Software Wohnungswirtschaft, Kooperation

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