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Zusammenarbeit statt Konkurrenz: Das scheint die neue Marschrichtung zwischen etablierten Unternehmen und Startups zu sein. Bild: Haufe Online Redaktion

Wie geht die Entwicklung im Startup-Markt weiter? Glaubt man Vertretern beider Seiten, den etablierten und den jungen Unternehmen, forcieren sie den Schulterschluss, anstatt Konkurrenz aufzubauen.

Catella-Analyst Thomas Beyerle glaubt, dass die Startup-Entwicklung im immobilienwirtschaftlichen Bereich ähnlich wie bei den FintTchs verläuft: Die Banken beobachten die Szene, laden zu Workshops ein und kaufen Erfolgversprechendes auf. Dabei gewinnt der Marktkenner dem Trend auch positive Seiten ab.

„Die PropTechs jagen die Traditionsunternehmen vor sich her.“ Catella-Analyst Thomas Beyerle

JLL hat einen eigenen Bereich „Digital Services Germany“ eingerichtet; zu den Hintergründen erklärte eine führende JLL-Managerin unlängst, man wolle sich schließlich nicht von PropTechs überholen lassen. Immobilienscout24 hat sein Accelerator-Programm „You is now“ Anfang des Jahres beendet, mit dem es Startups förderte und zugleich von deren Expertise und Denkweisen profitierte. Nun will das Unternehmen Innovationen aus Einzelbereichen heraus entwickeln – also selbst. Die interne Struktur habe sich in den vergangenen eineinhalb erheblich verändert, erklärt eine Sprecherin.

PropTech-Startup: Dahin geht die Reise

Glaubt man Vertretern beider Seiten, den etablierten und den jungen Unternehmen, forcieren sie den Schulterschluss, anstatt Konkurrenz aufzubauen.

„Interessanterweise sind zuletzt einige Unternehen, die zunächst eine Partnerschaft abgelehnt haben, von sich aus auf uns zurückgekommen.“ Optionspace-Mitgründer Moritz ten Eikelder

Optionspace bietet Büroflächen zu flexiblen Laufzeiten und mit geringen Kündigungsfristen an. Das Startup wiederum nutzt auch Traditionsveranstaltungen wie die Expo Real, um Kontakte zu bewährten Firmen zu knüpfen.

Animus verweist darauf, dass darüber hinaus auch Partnerschaften untereinander an Bedeutung gewinnen würden; die Softwareschmiede hat nach eigenen Angaben etwa Kooperationen mit PropTechs wie Kiwi.ki und MyRealID aufgenommen. Auch bei der Immobilienbewertung gibt es Kooperationen. Die Online-Datenbank Geomap hat ihr Angebot mit der Immolyze-Preisidentifikation verzahnt: Das gibt Nutzern die Möglichkeit, direkt aus geomap heraus Immobilienbewertungen durchzuführen. Verbände wie GPTI fördern solche strategischen Bande – und könnten den Proptechs auch mit Blick auf eine finanzielle Basis eine stärkere Stimme verleihen. Noch nämlich sei die Zahlungsbereitschaft für digitale Leistungen in der tradierten Branche eher gering, sagt Ubach-Utermöhl. „Der Leidensdruck fehlt.“

Beyerle sieht manches Startup spätestens in der zweiten Finanzierungsrunde vor dem Aus. Spannend dürfte das Verhältnis zwischen Jung und Alt seiner Ansicht nach ohnehin erst dann werden, wenn der Immobilienmarkt drehen sollte. „Wenn die Preise fallen, werden Beratung und der menschliche Faktor wieder wichtig – und damit genau die Erfahrungen, die Plattformen fehlen“, sagt Beyerle.

Schlagworte zum Thema:  Startup, PropTech, Makler, Digitalisierung

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