Personalrekrutierung hat sich in vielen Immobilienverwaltungen zur Schlüsselfrage für den Fortbestand entwickelt. Um erfahrene Kräfte zu gewinnen, hat der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter eine Partnerschaft mit dem EBZ Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Bochum geschlossen. Auch andere Verbände gehen bei der Personalsuche neue Wege.

Die Stellenplattform des EBZ soll Unternehmen gezielt bei der Mitarbeitersuche helfen. Diese könnten sich dort kostenfrei registrieren und alle Dienstleistungen nutzen. Das Angebot ergänze die BVI-eigene Stellen- und Ausbildungsplattform auf Facebook, teilt der Verband mit. BVI und EBZ wollten die jetzt geschlossene Kooperation künftig noch weiter ausbauen, sagt BVI-Sprecherin Cornelia Freiheit.

Das EBZ gibt zudem in Webinaren Tipps zur Personalakquise und zu erfolgreichen Bewerbungsgesprächen. Auch davon könnten Immobilienverwaltungen profitieren, meint der BVI - die Vorauswahl passender Bewerber und die optimale Gestaltung eines Auswahlprozesses spare den Unternehmen Ressourcen. Gleiches gelte für die Auswahl von Auszubildenden.

Bundesverband GdW: Ausbildungsdatenbank im Internet

Auch andere Verbände gehen bei der Personalsuche neue Wege. Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. will jungen Menschen die Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau schmackhaft machen. Mit einer Kampagne im Internet wird der Beruf vorgestellt, außerdem gibt es eine Ausbildungsdatenbank, in der interessierte Jugendliche ausbildende Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland finden können. Auch der BVI listet auf seiner Homepage die Vorteile des Berufs auf.

DDIV vergibt Stipendien gegen Fachkräftemangel

Denn es gibt Handlungsbedarf: 86 Prozent der Immobilienverwaltungen sind laut dem Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) der Meinung, dass es künftig schwierig sein wird, gutes Personal zu finden. Demnach fördern bereits knapp zwei Drittel der Immobilienverwaltungen die Fortbildung ihrer Mitarbeiter, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und sie für die steigenden Anforderungen ihrer Tätigkeit zu rüsten. Um diesen Prozess zu unterstützen, hat der DDIV zwei Stipendien am EBZ ausgelobt. 

Anspruchsvolle Tätigkeiten, schwierige Arbeitszeiten

Dass der Verwalterberuf es schwer hat, Nachwuchs zu finden, liegt laut BVI daran, dass Mitarbeiter mit multiplen Kompetenzen gefragt sind. Sie sollten eigenständig Eigentümergemeinschaften betreuen und Eigentümerversammlungen durchführen sowie die Automatisierung von Prozessen und Endprodukten verstehen und vorantreiben können. Buchhalterisches Wissen treffe sich idealerweise mit kommunikativen Fähigkeiten – beim Umgang mit Eigentümern, Mietern, Handwerkern und weiteren Dienstleistern sei Fingerspitzengefühl gefragt. Gleichzeitig passten die wechselnden Arbeitszeiten inklusive Abendeinsätzen selten zu modernen Vorstellungen einer Work-Life-Balance. Außerdem haben es mittelständische Verwaltungen laut BVI zunehmend schwer, mit den Gehaltsvorstellungen von Bewerbern mitzuhalten.

 

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