| Mietrecht

Reichweite des Anspruchs auf Sanierung der Badewanne

Kein Komplettaustausch der Badewanne, wenn es auch billiger geht
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Soweit eine defekte Badewanne mittels eines „Wanne in Wanne“-Systems fachgerecht saniert werden kann, kann der Mieter keinen Komplettaustausch der Badewanne verlangen.

Hintergrund

Die Mieter einer Wohnung verlangen von der Vermieterin einen Kostenvorschuss für die Instandsetzung einer Badewanne. Das Mietverhältnis besteht seit 1971. Im Mai 2011 teilten die Mieter mit, dass die Badewanne verschlissen sei und verlangten eine fachgerechte Reparatur.

Ein vom Gericht bestellter Sachverständiger hat festgestellt, dass die Badewanne stark abgenutzt ist und nicht repariert werden kann. Die Wanne müsse aber nicht komplett ausgetauscht werden, sondern könne mittels eines „Wanne in Wanne“-Systems fachgerecht saniert werden. Die Kosten veranschlagte er auf 760 Euro.

Da die Vermieterin keine Arbeiten hat ausführen lassen, verlangen die Mieter einen Kostenvorschuss.

Entscheidung

Die Mieter können einen Kostenvorschuss verlangen, allerdings nicht für einen Komplettaustausch, sondern nur für die Sanierung der Badewanne mittels eines „Wanne in Wanne“-Systems.

Die Vermieterin schuldet nur den vertraglich vereinbarten Zustand, d. h. einen Zustand, der bei Überlassung der Mietsache schon vorhanden war. Ein Anspruch auf Einbau einer neuen Badewanne besteht daher jedenfalls solange nicht, wie die im Mietobjekt vorhandene Wanne fachgerecht wieder in Gang gesetzt werden kann. Eben dieses ist nach Feststellung des Sachverständigen bei dem „Wanne in Wanne“-System gewährleistet.

(AG Hamburg, Urteil v. 5.7.2013, 40b C 36/12)

Schlagworte zum Thema:  Sanierung, Instandsetzung, Mangel

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