13.12.2011 | Mietrecht

Mieterhöhung: 1x3 ist nicht gleich 3x1

Die ortsübliche Vergleichsmiete für ein einheitlich vermietetes Dreifamilienhaus lässt sich nicht durch Addition der Vergleichsmieten für die einzelnen Wohnungen berechnen.

Hintergrund

Vermieter und Mieter streiten über die Zustimmung zu einer Mieterhöhung. Der Mieter hat ein komplettes Dreifamilienhaus mit einer Gesamtfläche von 313 Quadratmetern angemietet. Es gibt nur einen Mietvertrag über das komplette Haus. Die monatliche Nettomiete beträgt 2.250 Euro.

Der Vermieter möchte die Miete erhöhen und hat das Mieterhöhungsverlangen auf den örtlichen Mietspiegel gestützt. Da der Mietspiegel keine Angaben zu Wohnungen mit mehr als 150 Quadratmetern Fläche enthält, errechnete der Vermieter die ortsübliche Vergleichsmiete, indem er die Werte addierte, die sich nach dem Mietspiegel für die 3 einzelnen Wohnungen ergeben.

Entscheidung

Das LG Frankfurt gibt dem Mieter Recht. Er muss der Mieterhöhung nicht zustimmen.

Der Vermieter konnte das einheitlich vermietete Dreifamilienhaus bei der Berechnung der Mieterhöhung nicht drei separat vermieteten Wohnungen gleichstellen. Es kann nämlich nicht davon ausgegangen werden, dass die ortsübliche Vergleichsmiete für ein einheitlich vermietetes Dreifamilienhaus auch nur annähernd die Summe der ortsüblichen Vergleichsmiete für drei separat vermietete Wohnungen in einem Dreifamilienhaus erreicht.

Da der Mietspiegel keine Angaben zu Wohnungen mit über 150 Quadratmetern Fläche enthält und die Berechnungsweise des Vermieters unzulässig ist, kann der Vermieter die Mieterhöhung nicht auf den Mietspiegel stützen.

(LG Frankfurt/Main, Urteil v. 28.7.2011, 2-11 S 349/10)

Schlagworte zum Thema:  Mieterhöhung

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