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Metro legt Kaufhof-Verkauf auf Eis

Der Handelskonzern Metro bläst die Verkaufsgespräche für die Warenhaustochter Kaufhof vorerst ab. "Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion", sagte Metro-Chef Olaf Koch am Dienstag.

Der Konzern habe immer wieder betont, dass ein Verkauf das Potenzial von Kaufhof reflektieren müsse. "Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotenzial besser selbst heben, als durch einen Verkauf", so Koch.

Koch ist erst seit Anfang des Jahres Vorstandschef von Deutschlands größtem Handelskonzern. Sein Vorgänger Eckhard Cordes hatte die Warenhauskette im Jahr 2008 erstmals zum Verkauf gestellt und sich bis zu seinem Ausscheiden Ende 2011 zuversichtlich gezeigt, Kaufhof gewinnbringend verkaufen zu können.

Bei Lang & Schwarz sackte die Aktie um 0,99 Prozent ab auf 26,99 Euro. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator stand dagegen 1,25 Prozent über dem Xetra-Schluss des Leitindex. Ein Börsianer sagte: "Das ist sehr schlecht, denn einige Investoren hatten auf die Ausschüttung einer Sonderdividende nach dem Verkauf spekuliert." Die ersten Zahlen zum Geschäftsverlauf 2011 seien indes OK, aber nur von sekundärer Bedeutung. Der vorläufige Umsatz 2011 sei einen Tick besser als erwartet.

Ein anderer Börsianer schlug in die gleiche Kerbe: "Der Stopp des Verkaufs von Kaufhof ist negativ, da es Metro nicht schafft sein Portfolio zu verkleinern." Andererseits verweisen einige Händler darauf, dass die Aktie bereits am Boden liegt und nun wohl alle schlechten Nachrichten raus seien. Das limitiere das Risiko und die jüngsten Tiefs im Bereich 27 Euro könnten sogar halten.

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