11.10.2016 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

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Der Vermieter muss nicht verraten, wer sich beschwert hat
Bild: Michael Bamberger

Kuriose Fälle vor Gericht: Wer ihn bei der Vermieterin angeschwärzt hat, wollte der Mieter einer Wohnung in einem Verfahren vor dem AG München in Erfahrung bringen.

Die Vermieterin hatte einen Mieter nach der Beschwerde eines anderen Hausbewohners aufgefordert, andere Mieter und Nachbarn nicht weiter zu belästigen. Daraufhin wurde der Mieter neugierig und wollte die Vermieterin mit gerichtlicher Hilfe zwingen, den Namen desjenigen rauszurücken, der sich über ihn beschwert hat.

„Die Vermieterin darf schweigen“, sagte das AG München (Urteil v. 8.8.2014, 463 C 10947/14) und hob ihre Fürsorgepflicht gegenüber den anderen Mietern hervor. Nenne sie Ross und Reiter, drohe weitere Gefahr für den Hausfrieden. Der Mieter könne zunächst abwarten, ob die Beschwerden zu einer Kündigung führen. Erst wenn es wirklich zu einem Räumungsprozess komme, in dem die Vorwürfe bewiesen werden müssen, müsse die Mieterin die Karten auf den Tisch legen.

Schlagworte zum Thema:  Mietrecht

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