20.01.2016 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Quietschfidel

Serienelemente
Erst die Abmahnung und dann die Kündigung: Seine quietschende Sexschaukel wurde dem Mieter zum Verhängnis.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Kuriose Fälle vor Gericht: Quietschfidel sorgte ein Mieter mit seiner Sexschaukel für nächtliche Geräusche. Die Begeisterung bei den Nachbarn und der Vermieterin hielt sich in Grenzen.

Im wahrsten Sinne des Wortes quietschfidel war der Mieter einer Wohnung in einem Fall, den das AG München auf dem Tisch hatte. Der Mieter hatte in seiner Wohnung ein Gestell aufgestellt, an dem an einer Kette eine Schaukel hing. Insbesondere nachts benutzte der Mieter die Schaukel zu sexuellen Aktivitäten, was sich bei den Nachbarn unter anderem durch quietschende Geräusche bemerkbar machte. Hierdurch sowie durch das Fallenlassen und Schieben von Gegenständen fühlte sich eine Nachbarin gestört. Zweimal mahnte die Vermieterin den Mieter wegen nächtlicher Ruhestörung ab – doch es quietschte weiter. Es folgte die ordentliche Kündigung, was beim Mieter auf wenig Gegenliebe stieß.

„Die Kündigung war vollkommen in Ordnung“, sagte das AG München (Urteil v. 27.1.2014, 417 C 17705/13). Der Mieter hat seine Pflichten aus dem Mietvertrag erheblich verletzt. Die nächtlichen Geräusche und insbesondere das Quietschen der Schaukel entsprechen keinem normalen Mietgebrauch mehr. Die anderen Mieter und die Vermieterin müssen diese nicht als sozialadäquat hinnehmen. Der quietschfidele Mieter muss also aus der Wohnung raus.

Haufe Online Redaktion

Kündigung, Mietrecht