22.06.2016 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Stacheltiere

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Igel gehören nicht in die Wohnung
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Kuriose Fälle vor Gericht: Eine Mieterin hat es mit der Tierliebe übertrieben, was zu unangenehmen Gerüchen im Treppenhaus und schließlich zur Kündigung führte.

Zu weit ging die Tierliebe einer Mieterin in einem Fall, den das AG Berlin-Spandau auf dem Tisch hatte. Die Mieterin kümmerte sich um verletzte Igel und nahm diese in ihre Wohnung auf, um sie dort aufzupäppeln und gesund zu pflegen. Die Nachbarn waren hiervon nur mäßig begeistert und beschwerten sich bei der Vermieterin über den strengen Geruch, der ins Treppenhaus drang. Trotz anschließender Abmahnung wollte sich die Mieterin nicht von den stacheligen Gesellen trennen, weshalb ihr schließlich eine Kündigung ins Haus flatterte.

„Igel gehören nicht in eine Wohnung“, sagte das AG Berlin-Spandau (Urteil v. 11.11.2014, 12 C 133/14) und bestätigte die Kündigung. Sie seien keine Haustiere, sondern Wildtiere, sodass für sie die Regeln über die Kleintierhaltung nicht gelten. Da sich die Mieterin trotz der Beschwerden der Nachbarn und der Abmahnung nicht einsichtig gezeigt hat, müssen nicht nur die Igel, sondern auch sie woanders unterkommen.

Schlagworte zum Thema:  Mietrecht

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