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Eine Handbrause ist keine zeitgemäße Duschmöglichkeit, befand das AG Köpenick Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Betriebskosten, Mängel, Eigenbedarf - meistens geht es um solche Themen, wenn sich Vermieter und Mieter vor Gericht streiten. Doch manchmal entzündet sich der Streit an ganz anderen Fragen wie „Wann ist eine Dusche eine Dusche?“.

Was man unter einer Dusche versteht, war einer der Streitpunkte in einem Rechtsstreit über eine Mieterhöhung, über den das AG Köpenick zu entscheiden hatte. Im Badezimmer gab es eine Badewanne mit Einhebelmischer und Brause. An der Wand befand sich eine Vorrichtung, um die Brause einzuhängen. Eine Duschabtrennung hatten die Mieter erst nachträglich selbst angebracht.

Angesichts dieser Verhältnisse meinten die Mieter, die Wohnung verfüge nicht über eine Duschmöglichkeit im Sinne des Mietspiegels; dies müsse bei der Berechnung der Vergleichsmiete wohnwertmindernd berücksichtigt werden. Die Vermieterin sah dies anders.

„Das ist keine Dusche“, sagte das AG Köpenick (Urteil v. 17.3.2015, 3 C 267/14). Die Möglichkeit, sich mit einer Handbrause im Sitzen zu duschen, sei keine zeitgemäße Duschgelegenheit. Hierfür brauche es eine Duschabtrennung, damit das Bad nicht unter Wasser gesetzt werde und die Privatsphäre gewährleistet sei. Die bloße Möglichkeit, sich in einer Wanne kniend oder sitzend abzubrausen, entspreche nicht heutigen Maßstäben für eine Duschmöglichkeit.

Schlagworte zum Thema:  Mieterhöhung, Vergleichsmiete, Mietrecht

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