Das Rauschen der Wasserleitung war für einen Berliner Mieter der Anlass, eine Mietminderung geltend zu machen.

Wohl eher von feinfühliger Natur war der Mieter in einem Fall, über den das AG Spandau zu urteilen hatte. Der Mieter bemängelte, dass er im Schlafzimmer das Rauschen der Wasserleitung höre, wenn jemand das angrenzende Badezimmer der Wohnung benutze. Tatsächlich überschritten die beanstandeten Geräusche die für Wohn- und Schlafräume geltenden Grenzwerte.

„Eine Minderung ist nicht drin und der Vermieter muss auch die Wand nicht besser isolieren“, sagte das AG Spandau (Urteil v. 4.4.2014, 3 C 576/13). Zwar seien die Grenzwerte überschritten, doch seien diese für Geräusche innerhalb der Wohnung gar nicht anwendbar. Außerdem ging das Rauschen allein von den Mitbewohnern derselben Wohnung aus – und damit von Personen, mit denen sich der Mieter bewusst in ein besonderes Näheverhältnis begeben habe. Dies sei etwas anderes, als wenn man ungewollt akustisch am Leben der Nachbarn teilhabe. Und schließlich habe man auf einen Mitbewohner mehr Einfluss als auf den Nachbarn.

Ergo: Auch rechtlich kommt es darauf an, wer nebenan duscht.

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