21.11.2016 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Das Vogelzimmer

Serienelemente
80 Vögel in einer Wohnung sind deutlich zu viel
Bild: MEV Verlag GmbH

Mit der Tierliebe übertrieben hat es eine Mieterin in einem Fall, den das AG Menden auf dem Tisch hatte. 

60 bis 80 Vögel hielt eine Mieterin in einem Zimmer ihrer 51-Quadratmeter-Wohnung. Statt mit einer Tür war das Zimmer mit Maschendraht abgegrenzt und die Vögel konnten sich darin frei bewegen. Den anderen Hausbewohnern stank das im wahrsten Sinne des Wortes gewaltig. Trotz Aufforderung, die Tierhaltung zu beenden, behielt die Mieterin ihr Federvieh, sodass ihr schließlich die Kündigung ins Haus flatterte.

„Vollkommen zurecht“, befand das AG Menden (Urteil v. 5.2.2014, 4 C 286/13). Zwar könnten Mieter grundsätzlich Kleintiere wie Vögel auch ohne Erlaubnis des Vermieters in einer Wohnung halten. Aber auch hier gelte es, den zulässigen Mietgebrauch zu beachten. Diesen sah das Gericht deutlich überschritten, weil das „Vogelzimmer“ überhaupt nicht mehr zum Wohnen genutzt werden konnte und es auch nicht möglich war, dieses zu reinigen, zu belüften und zu beheizen. Dass auch noch die anderen Mieter gestört wurden, kam erschwerend hinzu.

Schlagworte zum Thema:  Tierhaltung, Mietrecht

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