07.04.2015 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Schweinerei

Serienelemente
Der Mieter sollte seine Zunge zügeln
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Kuriose Fälle vor Gericht: Ein tierischer Vergleich wurde einem Mieter zum Verhängnis.

Eine im Agrarbereich angesiedelte Äußerung eines Mieters war der Dreh- und Angelpunkt eines Verfahrens vor dem AG München. Bei einer Auseinandersetzung mit dem Vermieter rief der Mieter diesem „Sie sind ein Schwein“ hinterher. Von dem tierischen Vergleich war der Vermieter alles andere als begeistert und kündigte den Mietvertrag fristlos. Im Räumungsprozess legte der Mieter sogar noch nach und erklärte, der Vermieter lüge wie gedruckt und rede dumm daher.

„Das muss sich der Vermieter nicht bieten lassen“, sagte das AG München (Urteil v. 16.7.2013, 411 C 8027/13) und bestätigte die Kündigung. Die Bezeichnung als „Schwein“ sei eine erhebliche Vertragsverletzung. Außerdem deute das nachträgliche Verhalten des Mieters nicht darauf hin, dass eine solche Entgleisung nicht noch einmal vorkommen wird. Alles in allem sei es für den Vermieter unzumutbar, das Mietverhältnis fortzusetzen. Seine Wohnung war der Mieter damit endgültig los.

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