14.09.2015 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Blendung

Serienelemente
Blendet die Solaranlage, muss deren Eigentümer Abhilfe schaffen
Bild: TR ⁄

Kuriose Fälle vor Gericht: Die Solarzellen des Nachbarn waren einem Hauseigentümer ein optischer Dorn im Auge.

Nicht gut auf die Solarzellen seines Nachbarn zu sprechen war der Eigentümer eines Hauses in einem Fall, den das OLG Karlsruhe auf dem Tisch hatte. Der Nachbar hatte auf dem Dach Paneele für eine Photovoltaikanlage angebracht. Weil diese das Sonnenlicht bei einem bestimmten Sonnenstand genau in seine Wohnung reflektierten, zog der Hauseigentümer vor Gericht.

„Die Blenderei muss aufhören“, sagte das OLG Karlsruhe (Urteil v. 13.12.2013, 9 U 184/11). Horizontale Reflexionen wie hier seien nicht vergleichbar mit der normalen Blendung durch die hoch am Himmel oder tief am Horizont stehende Sonne. Auch ökologische Aspekte rechtfertigten die Blendung nicht. Zwar sei die Montage von Solarzellen auf Hausdächern allgemein akzeptiert, keineswegs aber hierdurch verursachte Blendungen. Und schließlich sei es nicht Aufgabe des geblendeten Eigentümers, sich gegen die unerwünschten Strahlen zu schützen; vielmehr müsse der Blender selbst Abhilfe schaffen.

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