22.01.2015 | Digital Real Estate

Kolumne - Balance für die Energiebilanz

Der Autor: Michael Heinrichs, Geschäftsführer des CAFM-Herstellers IMS GmbH in Dinslaken
Bild: IMS

Zum Googeln mache ich jetzt das Licht aus. Jedenfalls manchmal. Dadurch kommt meine Energiebilanz wieder in die Balance. Für drei Stunden "Lichtaus" kann ich einen Monat googeln. Das ist schön. Aber Blödsinn. Denn im Jahr verbraucht Google so viel Strom wie Oberhausen (ohne Centro) oder Kassel (ohne Straßenbahn), und dass gleich in ganzen Städten das Licht ausgeht, nur damit Google googeln kann, ist eher unwahrscheinlich.

Immerhin führt uns diese Betrachtung direkt auf den Kern der Energiediskussion: Immer auf die Kleinen, heißt deren Credo. Also kaufen EU-Bürger wie Unternehmen Halogenbirnen, die im Berieb weniger verbrauchen als alte Glühfadenlampen, dafür aber schneller kaputt gehen, weil sie Schaltvorgänge nicht so gut vertragen. Demnächst werden die Staubsauger gedrosselt und danach die Toaster. Sting sang in „Englishman in New York“ schon vor Jahren prophetisch „I like my toast done on one side“, weshalb - nebenbei bemerkt - die Briten energetisch gesehen durchaus in der EU bleiben könnten.

Home, smart home

Das hat aber noch immer nichts mit Immobilien zu tun. Die brauchen auch Energie, und die muss gemanagt werden. Und das machen auch alle. Mehr oder weniger, was im Kern bedeutet, dass wenige mehr machen, mehr weniger machen und viele gar nichts. Oder sie kaufen Energiesparlampen, die sie mit intelligenter Haustechnik verknüpfen. Dann können die Lampen melden „Ich bin eingeschaltet“ oder „Ich bin ausgeschaltet“ oder „Ich bin kaputt“, also im Dauerurlaub. Was die Lampe - es lebe das Internet der Dinge - dann auf Facebook postet und was andere Lampen dann liken können. Was natürlich auch wieder blöd ist für die Energiebilanz.

 

Also leuchten die Lampen mit eingeschränkten Rechten, während ich eine Glosse über Energiemanagement schreibe und Sie diese Glosse lesen, von einem Server über die Datenautobahn bereitgestellt auf ihren PC, Laptop oder - energiesparender - den Tablet-PC mit halber Displayhelligkeit. Und wenn Sie ihnen gefällt, die Glosse, liken Sie sie gerne bei Facebook. Aber denken sie daran, vorher das Licht auszumachen. Wegen der Energiebilanz.

Diese Kolumne ist Teil einer Serie zum Thema "Digital Real Estate". Klicken Sie, um die anderen Beiträge zu lesen.

Schlagworte zum Thema:  Energiemanagement, Energie, Immobilien-Software, Smart Home

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