KI und Blockchain: Der Bedarf für Datarooms wächst

Datenraumanbieter bringen neue Technologien in die Immobilienunternehmen. Vor allem Künstliche Intelligenz (KI) und die Blockchain sorgen dafür, dass der digitale Raumbedarf wächst. Neue Akteure und Kooperationen treten auf den Plan.

Nach einhelliger Meinung von Datenraumanbietern auf dem deutschen Markt sind in ihrem Geschäftsfeld diejenigen Innovationen die einflussreichsten der letzten Jahre, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) beruhen. Ob im Property Management, ob in der automatisierten Daten- und Vertragsanalyse oder bei Due Diligences im Zusammenhang mit Transaktionen – Datarooms können und wollen in all diesen Geschäftsfeldern eine maßgebliche Rolle spielen.

Drooms ersetzt Archivierung auf Harddrive durch sichere Datenräume

Hierfür lassen sich die Anbieter marktstrategisch und produkttechnisch derzeit eine Menge einfallen, um ihren Anteil an dem perspektivreichen Wachstumsmarkt weiter auszubauen. Alexandre Grellier, CEO des in München gegründeten Datenraum-Anbieter Drooms, ist seit knapp 17 Jahren am Datenraummarkt und nunmehr europaweit aufgestellt. Er verweist in der Antwort auf die Frage nach den wichtigsten aktuellen Innovationen auf den Findings Manager und den auf der letzten Expo Real vorgestellten Blockchain Secured Data Room seines Produktes Drooms NXG. "Der Findings Manager ist das erste Tool, das die Bewertung von Risiken und Chancen eines Deals und gleichzeitig eine finanzielle Einschätzung des Wertes ermöglicht. Außerdem ersetzt Drooms als erster Anbieter die traditionelle Archivierung auf Harddrive durch sichere Datenräume, die über Blockchain für die rechtliche Garantiephase einer Transaktion validiert werden", so der Mitgründer des Unternehmens.

Mann an Databoard in einer Wolke neben mehreren Servern
Mit den Datenräumen halten neue Technologien in Immobilienunternehmen Einzug

Architrave setzt auf Robotic Process Automation in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz

Auch das Berliner PropTech Architrave präsentiert seit Januar 2019 mit seinem neuen Produkt Delphi eine der umfangreichsten Innovationen seit der Unternehmensgründung im Jahr 2012. Ein KI-Roboter übernimmt sämtliche ressourcenintensiven Routinetätigkeiten, die im Dokumentenmanagement anfallen. Das Produkt erkennt die Inhalte, klassifiziert die Dokumente, benennt sie exakt, extrahiert die wichtigsten Daten und sortiert sie an die richtige Stelle der Ablage – nicht nur in Architrave, sondern auch in andere Dokumentenmanagementsysteme.

"Für die Anwender reduziert sich damit der bisherige aus diversen Arbeitsschritten bestehende Ablageprozess auf ein simples Drag & Drop." Maurice Grassau, CEO und Mitgründer von Architrave.

Patrizia Immobilien investiert in die Plattform Evana

Der wachsende Markt für Datenraumlösungen macht auch Mut zu Unternehmensneugründungen. Seit dem Jahr 2015 ist auch Sascha Donner, COO und Co-Founder, mit der Evana AG ein quirliger Marktteilnehmer. Die auf Datenauswertung mittels Künstlicher Intelligenz spezialisierte Firma ist nunmehr im Herbst 2018 mit der Firma Clifford Chance Tech eine weit reichende Technologiepartnerschaft eingegangen. "Ziel ist es, die intelligente Plattform Evana, die derzeit vor allem im Asset- und Transaktionsmanagement in der Immobilienbranche zum Einsatz kommt, für die Bereiche Gesellschaftsrecht und Mergers & Acquisitions weiterzuentwickeln", so Donner.

Das in Saarbrücken gegründete Tech-Unternehmen hat jüngst in einer Series-A-Finanzierungsrunde einen Millionenbetrag eingesammelt. Als strategischer Lead-Investor ist die Patrizia Immobilien AG bei Evana eingestiegen. Der Investment Manager will mit der Plattformlösung sein globales Immobilienportfolio mit einem Gesamtwert von rund 40 Milliarden Euro digitalisieren.

Neue Kooperationen formieren sich

Um den viel versprechenden Markt weiter zu durchdringen, positionieren sich die Technologieunternehmen strategisch. So arbeitet Architrave etwa im Rahmen der Initiative Real Estate Data Summit (REDS) mit führenden Asset-Management-Unternehmen in Deutschland zusammen.

Drooms versucht seinerseits, mit einer ständig wachsenden Anzahl von innovativen Features und Einsatzbereichen Zielgruppen in der Immobilienbranche und im Corporate Finance zu bedienen.

Berater und Makler von Gewerbeimmobilien, Fonds, Banken, Corporate Real Estate sowie M&A-Berater und Anwälte wissen diese Anstrengungen in ihren Wertschöpfungsprozessen zu schätzen. Die Evana-Lösung ist modular aufgebaut und stark individualisierbar. Sie zielt somit nicht nur auf Immobilien- und Rechtsunternehmen, sondern ebenso auf Versicherungen.

Dieser Artikel ist in der "Immobilienwirtschaft" 2/2019 erschienen.

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