18.06.2012 | Mietrecht

Keine Wohnwertminderung wegen normaler Stadtgeräusche

Urbanes Leben verursacht zwangsläufig Geräusche
Bild: MEV-Verlag, Germany

Übliche Geräuscheinwirkungen auf eine in zentraler Innenstadtlage gelegene Wohnung, die von einem Wochenmarkt und Gaststätten ausgehen, wirken sich bei der Berechnung einer Mieterhöhung nicht wohnwertmindernd aus.

Hintergrund

Der Vermieter einer Wohnung in Berlin verlangt von der Mieterin die Zustimmung zu einer Mieterhöhung. Die Wohnung befindet sich in einer innerstädtischen Wohnlage. Zur Begründung der Mieterhöhung bezieht sich der Vermieter auf den Berliner Mietspiegel.

Die Mieterin meint, bei der Bewertung des Merkmals „Wohnumfeld“ sei wohnwertmindernd zu berücksichtigen, dass es zu Geräuscheinwirkungen durch eine Wochenmarkt und umliegende Gaststätten komme.

Entscheidung

Das LG Berlin gibt dem Vermieter Recht. Die Geräuschbelästigungen durch Wochenmarkt und Gaststätten sind nicht wohnwertmindernd zu berücksichtigen. Es handelt sich hierbei um ein ortsübliches Erscheinungsbild einer innerstädtischen Wohnlage, die gerade eine solche Gegend prägt und ihr den besonderen Reiz verleiht.

In einer Metropole fahren und parken Autos, kaufen Leute ein und Fußgänger halten sich dort auch in größeren Gruppen auf und bewegen sich. Die Mieterin hat nicht dargelegt, dass die hiermit zwangsläufig verbundenen Auswirkungen das in einer zentralen Großstadtlage zu erwartende und hinzunehmende Maß überschreiten.

(LG Berlin, Urteil v. 21.2.2012, 63 S 276/11)

Schlagworte zum Thema:  Mieterhöhung

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