Jeder fünfte Leipziger lebt in einer Genossenschaftswohnung. Zusammen mit den Wohnungsbeständen der kommunalen Immobiliengesellschaft LWB Leipzig habe die organisierte Wohnungswirtschaft einen Marktanteil von 30,2 Prozent am Mietwohnungsmarkt. Das teilten die Leipziger Wohnungsgenossenschaften bei ihrer ersten gemeinsamen Pressekonferenz mit.

Von den insgesamt rund 293.000 Mietwohnungen betreuten die Genossenschaften 53.313 Wohnungen in Leipzig. Die Leerstandsquote der Leipziger Wohnungsgenossenschaften betrage aktuell 7,2 Prozent. Im Vergleich zu den Dresdener Wohnungsgenossenschaften (2,0 Prozent Leerstand) und den Chemnitzer Wohnungsgenossenschaften (6,7 Prozent Leerstand) sei dieser im Ballungszentrum Leipzig am höchsten.

„Unsere Leerstandsressourcen konnten die letzten Jahre kontinuierlich durch gezielte Aufwertung der Bestände abgebaut werden. Dennoch verfügen allein die Wohnungsgenossenschaften über fast 4.000 leerstehende Wohnungen im gesamten Stadtgebiet. Entgegen den Prognosen der Stadt Leipzig wird daher nicht zwingend neuer Wohnraum benötigt, wenn dieser doch schon vorhanden ist.“ Erklärung der Vorstände der Leipziger Wohnungsgenossenschaften

88 Millionen Euro wurden investiert

Im vergangenen Jahr investierten die Leipziger Wohnungsgenossenschaften nach eigenen Angaben insgesamt 88,8 Millionen Euro in ihre Leipziger Bestände – 19,7 Millionen Euro flossen dabei in den Neubau von 262 Wohnungen, 23,2 Millionen Euro in die Modernisierung und 45,9 Millionen Euro in die Instandhaltung und Sanierung der Bestände. Im Geschäftsjahr 2018 werde diese Summe auf fast 100 Millionen Euro gesteigert. Für den Neubau würden 17,2 Millionen Euro, für die Modernisierung 29,4 Millionen Euro und für die Instandhaltung 47,8 Millionen Euro investiert. Dieses Geld fließt gleichzeitig wieder in die Leipziger Wirtschaft durch Beauftragung lokaler Handwerksbetriebe und Geschäftspartner.

Bestandsmieten liegen bei unter fünf Euro

Auf dem freien Wohnungsmarkt haben die Preise in Leipzig in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugelegt. Laut einer Studie von Immowelt betrug das Plus 35 Prozent gegenüber 2008 – aktuell kostet der Quadratmeter demnach 6,50 Euro. Die Durchschnittsmiete im Bestand der Wohnungsgenossenschaften beträgt derzeit 4,87 Euro pro Quadratmeter und liegt damit nach Angaben der Genossenschaften auch noch unter der Durchschnittsmiete der LWB Leipzig mit 5,14 Euro pro Quadratmeter.

Gleiches gelte für die Durchschnittsmiete der Leipziger Wohnungsgenossenschaften in der Neuvermietung von 5,59 Euro pro Quadratmeter. Auch im Vergleich mit den Bestandsmieten der Dresdener Wohnungsgenossenschaften (5,42 Euro pro Quadratmeter) und der Chemnitzer Wohnungsgenossenschaften (5,02 Euro pro Quadratmeter) sind die Leipziger Wohnungsgenossenschaften günstiger.

 

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