Thomas Zinnöcker Bild: Ista

Der Verkauf von Ista an die chinesische Holding CKI ist einer der bislang teuersten Private-Equity-Deal in Deutschland. Milliardär Li Ka-shing soll inklusive der Übernahme von Verbindlichkeiten rund 5,7 Milliarden Euro für den Energiedienstleister bezahlt haben, der zuvor CVC gehört hatte. Jörg Seifert, Redakteur der "Immobilienwirtschaft", hat Ista-Chef Thomas Zinnöcker zu den Zukunftsplänen des Unternehmens befragt.

Herr Zinnöcker, wie groß ist die Belastung, den Anforderungen des neuen Eigners gerecht zu werden?

Zinnöcker: Ein Infrastruktur-Investor erwartet nach dem Erwerb eines Unternehmens vor allem eines: Stabilität und Kontinuität. Ich habe bereits im vergangenen Jahr gesagt, dass ich mir im Idealfall einen langfristig orientierten Investor wünschen würde. Für uns ist CKI daher der ideale Partner, um unser Potenzial zu heben und die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

Auf welche Technologien und Geschäftsmodelle setzen Sie für ein erfolgreiches Business in Deutschland neben Ihren „cash cows“ Energiemanagement, Rauchmelderservice und Trinkwasseranalyse?

Zinnöcker: Wir haben in den vergangenen Jahren bereits mehrere hundert Millionen Euro in die Digitalisierung unserer Infrastruktur gesteckt. Dies werden wir weiter intensivieren, um digitale Technik nicht nur für unser Kerngeschäft, sondern auch für ganz neue Lösungen zu nutzen. Vor kurzem haben wir deshalb hier in Essen ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum gegründet. Mit der Deutschen Telekom erproben wir den Einsatz von Internet-of-Things-Technologie im Mehrfamilienhaus. All das tun wir, um Vorreiter bei der Digitalisierung zu sein und unsere Prozesse und Produkte für unsere Kunden weiter zu verbessern.

Welche Rolle spielt für zukünftigen Geschäftserfolg das Thema „Smart Building“, bei dem ja derzeit in Deutschland noch „Viel Lärm um nichts“ gemacht wird?

Zinnöcker: Das „Smart Building“ ist für uns wichtig, weil die Digitalisierung für unsere Kunden immer wichtiger wird. Laut einer Studie von EY und ZIA sehen 90 Prozent der Befragten aus der Immobilienbranche die Digitalisierung als relevantes Handlungsfeld für ihr Unternehmen. Viele Prozesse im Gebäude werden in Zukunft digital sein. Das geht von der zeitnahen Visualisierung von Energieverbräuchen über Lösungen für das altersgerechte Wohnen, wie beispielsweise Notfallalarme, bis hin zur automatischen Verwaltung von Zugangsrechten für Gebäude, Wohnungen oder Tiefgaragenplätze. Als innovativer Dienstleister wollen wir die Immobilienwirtschaft bei dieser Transformation unterstützen.

Schlagworte zum Thema:  Interview, Wohnkosten, Immobiliendienstleister

Aktuell
Meistgelesen