17.06.2016 | In eigener Sache

Haufe Kongress 2016: Innovationen und ein Westfälischer Abend

Dirk Forke und Dr. Carsten Thies eröffneten den Kongress
Bild: Hilla Südhaus

Der digitale Wandel stellt die Branche vor große Herausforderungen. Der diesjährige Haufe Kongress für die Wohnungswirtschaft stand deshalb unter dem Titel: "Innovation erleben. Prozesse vereinfachen." Rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen nach Münster  – und erlebten neben spannenden und informativen Vorträgen auch einen "Westfälischen Abend".

Die Digitalisierung werde alle Lebensbereiche umfassen und unsere Welt völlig umkrempeln, sagte Dr. Carsten Thies, Vorstandsvorsitzender der Haufe-Lexware Real Estate AG, zur Eröffnung der beiden Kongresstage. Die Wohnungswirtschaft stehe bei diesem Prozess noch ganz am Anfang. Die Veränderungen im Digitalisierungszeitalter seien vergleichbar mit denen der Industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts, ergänzte Dirk Forke, Vorstandsmitglied der Haufe-Lexware Real Estate AG, am Rande der Veranstaltung. Die Auswirkungen wichtiger technischer Entwicklungen aus dem Silicon Valley erinnerten ihn an den Innovationsschub, der damals durch die Erfindung der Dampfmaschine ausgelöst worden sei.
Alexander Rychter, Verbandsdirektor und Sprecher des Vorstandes des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, betonte in seiner Begrüßungsrede, dass die Schwerpunkte der Wohnungswirtschaft und -politik derzeit auch Migration, Demographie und Klimawandel seien. Vor allem müsse in den Wohnungsneubau investiert werden.

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Der Veranstaltungsort der Tagung: Das Factory Hotel in Münster
Bild: Hilla Südhaus

Smart-Home-Anwendungen in Quartieren

"Wer heutzutage ein Haus ohne moderne Gebäudetechnik baut, errichtet einen Altbau": Diese provokante These stellte Frank Völkel, Geschäftsführer der Infel AG aus Zürich, in seinem Vortrag zum Thema "Smart-Home-Anwendungen in Quartieren" auf. Intelligent werde die Gebäudetechnik, wenn sie in der Lage sei, ohne Zutun oder mit nur minimalen Eingriffen der Bewohner die alltäglichen Funktionen eines Zuhauses selbstständig zu steuern. Gebäudeautomation funktioniere dann am besten, wenn es gelinge, möglichst viele Gewerke einzubeziehen. Dadurch würden Insellösungen vermieden, das Gebäude könne als Ganzes intelligent agieren.

Vorteile eines Vermietungsmanagementsystems

Um das Thema Vermietungsmanagementsystem ging es im Vortrag von Jan Philipp Kötting von der Immosolve GmbH aus Bad Bramstedt. Er berichtete über die Vorteile eines solchen Systems und erklärte, wie Wohnungsunternehmen durch den Aufbau einer eigenen Mietinteressentendatenbank ihre Vermietung optimieren oder wo geeignete Interessenten gefunden werden können.

SEPA - und kein Ende?

Das Thema SEPA ist nicht nur für die Wohnungswirtschaft herausfordernd: Das neue Zahlungssystem sorgt überall für Mehraufwand. Und jetzt stehen schon wieder Neuerungen an. Was genau auf die Branche zukommt, erläuterte Dr. Thomas Baumann vom Dresdner Unternehmen Zvexpert den Kongressteilnehmern. So wird es beispielsweise ab 21. November 2016 neue Scheckvordrucke mit IBAN geben. Bislang enthalten Schecks noch immer Bankleitzahl und Kontonummer, die Verrechnung der Scheck-Gegenwerte erfolgt nach wie vor im alten DTAUS-Format.

Zukunftsfähige ERP-Lösungen

In der Wohnungswirtschaft sind flexible Arbeitsprozesse erforderlich, ebenso wie Technologien, die diese effizient gestalten. Die Haufe Gruppe arbeitet an zukunftsfähigen ERP-Lösungen. Die Software Haufe wowinex wird derzeit in drei Schritten upgegradet. Was das System in der Praxis konkret bringt, berichtete Matthias Saß von der Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerergenossenschaft aus Hamburg, die knapp 9000 Wohnungen besitzt. Seitdem das Unternehmen mit Haufe wowinex arbeite, gebe es bei den Wohnungsangeboten weniger Rückläufer und eine gezieltere Vermittlung, sagte Saß, bei den Mahnverfahren spare jeder Sachbearbeiter monatlich 1,5 Stunden ein. Stefan Bolte von der Progress Software GmbH erläuterte den Kongressteilnehmern, mit welchen Methoden das System maximal verfügbar ist und wie sich die Sicherheit erhöhen lässt.

Abschluss von Tag 1: Der Westfälische Abend

Während tagsüber über Gegenwart und Zukunft der Wohnungswirtschaft diskutiert wurde, stand die Abendveranstaltung des Haufe Kongresses ganz im Zeichen der Vergangenheit: Im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster erfuhren die Veranstaltungsteilnehmerinnen und -teilnehmer bei einer Führung, wie die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten gelebt haben. In dem Museum sind rund 30 historische Bauten zu sehen, die von ihrem ursprünglichen Ort versetzt oder nach alten Vorbildern rekonstruiert wurden.

Was sonst noch typisch ist für die Region, erlebten die Vertreter der Wohnungswirtschaft beim anschließenden "Westfälischen Abend", bei dem weiter gefachsimpelt, vor allem aber bei Live-Musik gefeiert wurde. Und auch die Fußballfans kamen nicht zu kurz: Das EM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Polen wurde auf Leinwänden übertragen. Die Stimmung war gut, trotz des torlosen Unentschiedens. Auch am Vorabend des Kongresses gab es schon ein gemütliches "Come Together": Bei Barbecue, Live-Musik und schönem Wetter stimmten sich die Gäste auf der Dachterrasse des Factory Hotels in Münster auf die beiden Kongresstage ein und hatten die Gelegenheit, mit ihren Branchenkollegen ungezwungen ins Gespräch zu kommen.

Zweiter Kongresstag

„Alles bleibt anders – oder doch nicht?“ Diese Frage stellte Markus Reithwiesner, Aufsichtsrat der Haufe-Lexware Real Estate AG und Co-CEO der Haufe Gruppe
Bild: Hilla Südhaus
Nachdem die Teilnehmer am Vorabend gefeiert hatten, ging es am Freitagmorgen mit Vorträgen weiter.

Um die Kommunikation mit den Mietern zu verbessern, würde es sich für Wohnungsunternehmen lohnen, ein digital unterstütztes Mieterportal aufzubauen, erklärte Jennifer Anna Franc, Produktmanagerin der Haufe-Lexware Real Estate AG. Dadurch könnten alle Bewohner schnell mit Informationen versorgt werden. Und auch umgekehrt vereinfache sich der Austausch, etwa wenn es um Schadensmeldungen gehe oder um die Übermittlung von Energieverbrauchswerten. Durch ein Mieterportal hätten aber auch die Mieter die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten. Dadurch könne zum Beispiel eine Nachbarschaftshilfe eingerichtet werden.

Über die Chancen, die die Digitalisierung in Zukunft bietet, sprach Professor Dr. Stefan Kopp von der Universität Bielefeld. Der Informatiker veranschaulichte in seinem Vortrag, wie Roboter den Alltag von Senioren künftig angenehmer machen können.

Markus Reithwiesner, Aufsichtsrat der Haufe-Lexware Real Estate AG und Co-CEO der Haufe Gruppe, referierte zum Abschluss über das Thema „Digitale Revolution“ – und stellte die Frage in den Raum: „Alles bleibt anders – oder doch nicht?“

Sehen Sie hier die Bilder und Impressionen von der Veranstaltung aus Münster

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Kongress

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