Es wird weniger saniert Bild: Michael Bamberger

Die energetische Modernisierung im Wohnungsbestand kommt nicht in Schwung, die Schaffung von Infrastruktur für E-Mobilität läuft schleppend. Die Vermittlung von Wohnungen gewinnt für Verwalter als zusätzliches Geschäftsfeld an Bedeutung. Dies sind einige Ergebnisse des 6. Branchenbarometers des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter (DDIV).

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) hat bereits zum sechsten Mal Verwalter befragt, um ein aktuelles Bild der Verwalterbranche und deren Tätigkeit zu gewinnen. 476 Verwaltungsunternehmen haben an der Umfrage 2018 teilgenommen.

Weniger energetische Sanierungen

Der Anteil der Verwaltungsunternehmen, die im Vorjahr energetische Sanierungen begleitet haben, ist den aktuellen Umfrageergebnissen zufolge rückläufig. So gaben 35,2 Prozent der Umfrageteilnehmer an, im Vorjahr an solchen Maßnahmen beteiligt gewesen zu sein, während dieser Wert zwei Jahre zuvor noch neun Prozentpunkte höher gelegen hatte. Am ehesten sind den Ergebnissen zufolge größere Verwaltungsunternehmen bei Sanierungen aktiv. Knapp 60 Prozent der Verwaltungen mit mehr als 3.000 Einheiten haben im Vorjahr Sanierungsarbeiten begleitet, während es bei den Kleinstverwaltungen nur 19,4 Prozent waren.

Den Rückgang der Sanierungsaktivität führt der DDIV auf den voll ausgelasteten Neubau-Sektor, zu wenig Fachpersonal und fehlende fachliche Kenntnisse in den Verwaltungen zurück. Auch seien viele Wohnungseigentümer zurückhaltend, weil energetische Sanierungen nicht immer zu finanziellen Einsparungen führten. Schließlich kämen Unwägbarkeiten im Mietrecht, etwa bei der Modernisierungsumlage, erschwerend hinzu, so der Verband in der Analyse der Ergebnisse.

E-Mobilität und erneuerbare Energien auf niedrigem Niveau

Auch bei den Themen Elektromobilität ist nach den Umfrageergebnissen noch viel Luft nach oben. Zwar gaben 36,6 Prozent der Teilnehmer an, dass die Wohnungseigentümer am Einbau von Ladestationen interessiert seien, tatsächlich umgesetzt wurde ein Einbau aber nur bei 8,1 Prozent der Befragten. Mieterstromprojekte durch Photovoltaikanlagen setzten im vergangenen Jahr nur 4,7 Prozent der befragten Unternehmen um. Nur wenig mehr, nämlich 6,4 Prozent gaben an, in absehbarer Zeit entsprechende Maßnahmen in den von ihnen verwalteten Objekten umsetzen zu wollen.

Wohnungsvermittlung gewinnt an Bedeutung

Die Vermietung und der Verkauf von Immobilien werden für Immobilienverwaltungen zusehends als Angebot wichtiger. Für 38,6 Prozent der Umfrageteilnehmer stellt die Vermittlung einen wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkt dar. Gegenüber der Befragung im Vorjahr, bei der 25,5 Prozent der Teilnehmer die Vermittlung als wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit genannt hatten, ist dies ein deutlicher Anstieg. Vor allem große Verwaltungsunternehmen erwarten auf diesem Geschäftsfeld deutliche Wachstumsraten. Den Anstieg der Vermittlungstätigkeit führt der DDIV nicht zuletzt auf das seit Juni 2015 geltende Bestellerprinzip zurück. Wieviel Provision Immobilienverwalter für die Vermittlung von Wohnungen zur Vermietung oder zum Verkauf verlangen, will der Verband in einer Online-Umfrage ermitteln, die bis zum 31.7.2018 läuft.

Verwaltervergütung steigt nominal und sinkt real

Ein Teil der Fragen widmete sich wie in den Vorjahren der Verwaltervergütung. Zur WEG-Verwaltung gaben knapp 93 Prozent der befragten Verwalter an, die Vergütung bei einer Vertragsverlängerung angehoben zu haben; 41,7 Prozent setzten Erhöhungen in laufenden Vertragsverhältnissen um. Allerdings stand einem durchschnittlichen Anstieg um 1,5 Prozent eine Inflationsrate von 1,8 Prozent gegenüber, so dass der Regelsatz gegenüber dem Vorjahr real um 0,3 Prozent gesunken ist. Der durchschnittliche Regelsatz der befragten Unternehmen lag 2017 bei 20,21 Euro monatlich je verwalteter Einheit. In Anlagen mit weniger als 10 Einheiten betrug der Regelsatz im Schnitt 24,13 Euro, in Anlagen mit über 100 Einheiten wurden im Schnitt 17,46 Euro aufgerufen.

Nach wie vor liegen die Vergütungssätze in Großstädten und Ballungsgebieten höher als in anderen Regionen, die Schere schließt sich allerdings zusehends.

DDIV-Branchenbarometer 2018 zum Download

Die vollständigen Ergebnisse des Branchenbarometers 2018 stellt der DDIV auf seiner Website zum Download zur Verfügung:

DDIV-Branchenbarometer 2018 (pdf)

Schlagworte zum Thema:  Immobilienverwaltung

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