Der Schlüssel zu mehr Know-how auch bei der Gebäudesanierung: Der DDIV fordert Weiterbildungszuschüsse für Immobilienverwalter Bild: Haufe Online Redaktion

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) fordert eine zügige Einführung eines Weiterbildungszuschusses für Immobilienverwalter. Nur so könne die Sanierungsquote angehoben werden. Zudem müsse die Bundesregierung das Problem der Mindestanforderungen lösen: Ohne Fach- und Sachkunde sowie die kontinuierliche Weiterbildung für Verwalter bleibe die Energiewende im Gebäudebestand Makulatur.

Neue Untersuchungen des Instituts der Wirtschaft (IW) Köln und der EBZ Bochum haben ergeben, dass die Sanierungsquote in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) stagniert. Einen Grund sieht das IW darin, dass die Förderung unübersichtlich ist: Derzeit gibt es demnach bundesweit 3.350 Förderprogramme für energetische Maßnahmen an Gebäuden. Um die Energiewende voranzubringen, muss das System laut IW dringend vereinfacht werden. Die Autoren der IW-Studie schlagen außerdem vor, die Förderung durch steuerliche Anreize zu ergänzen und vollständig auf die Reduzierung von Treibhausgasen auszurichten. Zusammen mit einer stärkeren Energieberatung könne dies ein wichtiger Beitrag zur Energiewende sein.

Sanierungsquote weit unter Plan?

Im Zuge der Energiewende will die Bundesregierung den Gebäudebestand bis 2050 nahezu klimaneutral gestalten.

Analysen des DDIV haben ergeben, dass die Sanierungsquote bei etwa 0,6 Prozent pro Jahr liegt und damit weit entfernt von der anvisierten zweiprozentigen Sanierungsrate jährlich. Laut EBZ-Studie liegt die Quote bei 0,7 Prozent, wobei der WEG hier eine besondere Rolle zukomme – sie stellen demnach die zweitgrößte Eigentümergruppe in Deutschland, seien aber gleichzeitig Schlusslicht bei der energetischen Sanierung. Dringend notwendig seien etwa weitere Aktualisierungen des Wohnungseigentumsgesetzes, wie etwa von den Grünen gefordert. Wie eine Umfrage zeigt, fühlen sich auch knapp zwei Drittel der privaten Eigentümer durch die Politik der Bundesregierung ausgebremst, auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Der DDIV sieht vor allem einen hohen Handlungsbedarf bei den Immobilienverwaltungen. „Hier liegt enormes Potenzial brach“, so DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler.

"Nur ein qualifizierter Verwalter wird in der Lage sein, energetische Sanierungsprozesse anzukurbeln und zu begleiten“.

Die Bundesregierung sei jetzt gefordert, das Gesetzgebungsverfahren zur Einführung von Mindestanforderungen für gewerbliche Verwalter abzuschließen. „Neben dem Einschluss des Mietverwalters regen wir auch eine Weiterbildungsverpflichtung an”, so Kaßler. Mittlerweile hätten Haus- und Immobilienverwalter mehr als 60 Gesetze und Verordnungen anzuwenden und die neueste Rechtsprechung und technologische Entwicklung zu beachten – es besteht aber bisher nur die Pflicht zur Anzeige des Gewerbes.

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Schlagworte zum Thema:  Immobilienverwaltung, Immobilienverwalter, Weiterbildung

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