09.02.2012 | Verwalter

Hypotheken-Streit: Deutsche Bank gewinnt in den USA

Die in den USA unter Beschuss stehende Deutsche Bank ist zwei Sorgen los: Ein New Yorker Richter hat die Klagen von der französisch-belgischen Finanzgruppe Dexia und der US-Pensionskasse TIAA abgewiesen, die sich bei Geschäften mit Hypothekenpapieren betrogen fühlten.

Sowohl Dexia als auch die TIAA hätten ihre Vorwürfe "in mehreren Kernpunkten" nicht ausreichend belegen können, urteilte Richter Jed Rakoff am Dienstag.

"Wir sind erfreut darüber, dass das Gericht die Forderungen gegen uns zurückgewiesen hat", erklärte ein Sprecher der Deutschen Bank am Mittwoch in New York. Zunächst hatte sich Deutschlands größtes Geldhaus dazu nicht äußern wollen.

Die beiden Investoren hatten ihre Klagen im Sommer eingereicht. Sie warfen der Deutschen Bank vor, ihnen minderwertige Hypothekenpapiere verkauft zu haben. Die Bank habe gewusst, dass die darin enthaltenen Hauskredite von schlechter Qualität gewesen seien. Anschließend habe die Deutsche Bank gegen den US-Häusermarkt gewettet und sogar noch davon profitiert, dass die Hypothekenpapiere floppten, monierten die Kläger.

US-Rivalen wie Goldman Sachs, JPMorgan Chase und die Bank of America hatten wegen ähnlich gelagerter Fälle teils tief in die Tasche greifen müssen, um Investoren zu entschädigen. Ein Senatsausschuss hatte in einem Bericht zur Finanzkrise auch die Deutsche Bank unter Feuer genommen und ihr eine Mitschuld an dem Desaster gegeben. Auf diesen Bericht hatten sich die Anwälte gestützt. Die Deutsche Bank hatte die Vorwürfe von Anfang an als haltlos zurückgewiesen.

Eine ausführliche schriftliche Begründung für die Abweisung der Klagen wollte Richter Rakoff noch nachreichen. Der Kläger Dexia hatte dermaßen unter seinen Fehlspekulationen zu Zeiten der Finanzkrise gelitten, dass der Konzern staatlich gestützt werden musste.

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