| Wohnungseigentumsrecht

Hunde müssen in der WEG an die Leine

Leinenzwang auch ohne Beschluss
Bild: Brand X Pictures

In einer Wohnungseigentumsanlage müssen Hunde angeleint werden. Das gilt auch, wenn eine ausdrückliche Regelung oder ein entsprechender Eigentümerbeschluss fehlen.

Hintergrund

Ein Wohnungseigentümer verlangt von einer anderen Wohnungseigentümerin, dass diese ihren Hund im Gebäude sowie den Außenflächen nicht frei laufen lässt, sondern stets anleint.

Es gibt keine Regelung in der Hausordnung, die einen Leinenzwang vorschreibt. Auch haben die Eigentümer bislang keinen diesbezüglichen Beschluss gefasst.

Die Hundebesitzerin meint, mangels einer ausdrücklichen Regelung sei sie nicht verpflichtet, ihren Hund an der Leine zu führen.

Entscheidung

Das AG München gibt der Klage statt. Der Hund muss in der Anlage angeleint werden.

Diese Verpflichtung folgt aus dem Rücksichtnahmegebot zwischen den Wohnungseigentümern, das sich aus den §§ 15 Abs. 3, 14 Nr. 1 WEG herleitet. Das frei laufen lassen von einem Hund im Gebäude und auf dem Freigelände einer Wohnungseigentumsanlage stellt eine Beeinträchtigung der übrigen Eigentümer dar, die über das im § 14 Nr. 1 WEG bestimmte Maß hinausgeht. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Hund gefährlich ist oder ein aggressives Verhalten zeigt.

Die Beeinträchtigung ist bereits darin zu sehen, dass der Hund unangeleint herumläuft, da die übrigen Miteigentümer nur dann sicher sein können, dass der Hund nicht auf sie zulaufen werde und sie belästigen werde, wenn er an der Leine geführt wird. Es reicht hier bereits alleine die Angst oder die Besorgnis der übrigen Eigentümer aus, der Hund könnte sie anspringen oder sonst belästigen und die Hundehalterin könne den Hund mangels Leine nicht mehr zurückhalten.

(AG München, Urteil v. 21.3.2013, 484 C 18498/12 WEG)

Lesen Sie auch:

BGH: WEG kann Leinenzwang für Hunde lockern

Schlagworte zum Thema:  Tierhaltung, Hundehaltung

Aktuell

Meistgelesen