Mit der Digitalisierung verändert sich auch die Arbeitswelt. Das Tempo erhöht sich und es gibt ganz neue Geschäftsmodelle. Agilität und Innovationskraft lauten die aktuellen Erfolgsfaktoren. Doch mit welchen Mitteln und Strukturen können Unternehmen dies gewährleisten? Darüber sprach Marc Stoffel, CEO der Haufe-umantis AG, beim diesjährigen Haufe Kongress für die Wohnungswirtschaft.

Eine starke Führungsspitze und Mitarbeiter, die Vorgaben erfüllen: So sah das Unternehmertum über Jahrzehnte aus, auch in der Immobilienwirtschaft. "Aber das heutige System hat zunehmend ausgedient", erklärte Marc Stoffel den Kongressteilnehmern. Stoffel ist seit 2013 CEO der Haufe-umantis AG. Das Besondere: Seine Mitarbeiter haben ihn in diese Rolle gewählt, in einem demokratischen Abstimmungsprozess.

Unternehmen agilisieren sich

Stoffel erläuterte das Dilemma, in dem sich viele Unternehmen heutzutage befinden: Die zunehmende Digitalisierung sorge dafür, dass sich die Firmen massiv agilisieren. Führungsebenen werden entfernt, die Angestellten sollen sich selbst organisieren und flexibel sein. Doch was ist, wenn die Mitarbeiter nicht aus ihren alten Rollen herauskommen und weiterhin auf Anweisungen von oben warten?, fragte Stoffel. Wenn sie mit dem großen Gestaltungsfreiraum nicht zurechtkommen?

Die Strukturen fehlen plötzlich

Wenn es auf einmal keine Vorgesetzte mehr gibt, die Entscheidungen treffen, müssen die Angestellten sehr viel Zeit und Kraft in Abstimmungen mit Kollegen investieren, um einen Konsens zu erzielen – das führe zunächst häufig zu Überforderungen, sagte Stoffel. Gleichzeitig wollten viele Mitarbeiter aber keine starren Hierarchien mehr, betonte er.

Was ist also zu tun? Stoffel stellte ein Modell vor, das helfen soll, Organisationen und ihre Herausforderungen besser zu verstehen – und entsprechende Lösungen zu entwickeln: der Haufe-Quadrant. Er veranschaulicht die Interaktion zwischen den zwei entscheidenden Parametern jedes Unternehmens: den Mitarbeitern und dem Organisationsdesign, also wie gesteuert oder selbstständig die Angestellten arbeiten. 

Integrierte Lösungen sind nötig

Damit das Unternehmen sein Potenzial voll entfalten könne, würden integrierte Lösungen und agile Strukturen gebraucht, erklärte Stoffel den Immobilienfachleuten. Die drei Dimensionen Menschen, Technologie & Tools und Organisationsdesign müssten in Einklang gebracht und verbessert werden. Zu oft investierten Firmen indes nur in eine Dimension, in der Hoffnung, sofortige Ergebnisse zu sehen, sagte Stoffel. Das sei der falsche Ansatz. 

Klar sei, so Stoffel: Die Überlebensfähigkeit von Firmen werde stark davon abhängen, wie schnell sie auf die aktuellen Trends reagieren und sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen könnten.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Wohnungswirtschaft