28 Prozent der gewerblichen, aber nur 16 Prozent der privaten Vermieter nutzen Heizungsanlagen, die älter als 25 Jahre sind, wie eine Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigt. Dafür sind die gewerblichen Vermieter innovativer: 44 Prozent verwenden bereits Solarthermie (drei Prozent der privaten). Dabei gaben 26 Prozent von ihnen an, dass der energetische Zustand der Immobilie für die Neuvermietung nicht sehr wichtig sei.

Im Hinblick auf das Alter der Heizungsanlagen ist laut Studie, die das Beratungsunternehmen Analyse & Konzepte für den BDEW realisiert hat, zu berücksichtigen, dass die Wohnungen, die von professionell-gewerblicher Anbietern gemanagt werden im Schnitt älter sind als die von privaten Vermietern. Sehr neue Heizanlagen von 2015 haben bereits zehn Prozent der privaten, aber nur zwei Prozent der professionellen Vermieter eingebaut.

Die Nutzung von Fernwärme ist laut BDEW-Studie bei gewerblichen Vermietern mit 56 Prozent am verbreitetsten. Am zweithäufigsten setzen gewerbliche Vermieter auf Erdgaszentralheizungen (30 Prozent), gefolgt von Erdgasetagenheizungen (acht Prozent) und Ölzentralheizungen (zwei Prozent). Neben Solarthermie mit 44 Prozent (Private: drei Prozent) setzen gewerbliche Anbieter außerdem häufig Blockheizkraftwerke (31 Prozent; Private: null Prozent) und Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung (28 Prozent; Private: drei Prozent) ein. Zum Einsatz kommen bei den professionellen Vermietern außerdem Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung (19 Prozent; Private: drei Prozent), Erdwärme (17 Prozent; Private: drei Prozent) und Photovoltaikanlagen (15 Prozent; Private: drei Prozent). Mieterstrom (direkt im Gebäude erzeugter Strom) ist hingegen mit neun Prozent allgemein nicht sehr weit verbreitet.

Private Anbieter nutzen der Studie zufolge innovative Heizkonzepte damit bisher allgemein nur vereinzelt. Laut einer Studie von Destatis wurden aber insgesamt in 61,5 Prozent der im Jahr 2015 fertig gestellten Wohngebäude Heizanlagen installiert, die ganz oder teilweise erneuerbare Energien verwenden.

Energetische Sanierung: Wärmedämmung steht an der Spitze

74 Prozent der professionell-gewerblichen Vermieter gaben für die Studie an, in den vergangenen fünf Jahren Maßnahmen zur energetischen Sanierung vorgenommen zu haben. 62 Prozent sagten, sie planten entsprechende Maßnahmen in den nächsten zwei Jahren.

Dabei stehen Wärmedämmungen mit 88 Prozent bei den Profis an der Spitze der Maßnahmen (bei den Privaten 69 Prozent) – dicht gefolgt von der Erneuerung der Heizungsanlage (84 Prozent; Private: 50 Prozent) und dem Einbau neuer Fenster (69 Prozent; Private: 58 Prozent). Es folgt die Optimierung der Heizungsanlage mit 60 Prozent bei den Gewerblichen und 37 Prozent der Privaten.

Von den privaten Vermietern haben der Umfrage nach insgesamt nur 52 Prozent in den vergangenen fünf Jahren Maßnahmen zur energetischen Sanierung umgesetzt, 24 Prozent sagten, sie planten es für die kommenden zwei Jahre. Vorne liegen die privaten Vermieter bei der Erneuerung der Heizungsrohre und Heizungskörper mit 62 Prozent (gewerbliche Vermieter: 52 Prozent).

Einer Umfrage des Energie-Dienstleisters Techem zufolge besteht noch viel Potenzial bei der Umsetzung von Maßnahmen zur energetischen Sanierung.

Wettbewerbsvorteil durch geringe Nebenkosten

Die große Mehrheit aller Vermieter empfindet laut Studie das Thema „Energie und Heizen“ als wichtig oder sehr wichtig. 28 Prozent der professionellen Vermieter begründen das mit dem hohen Anteil der Heizkosten an den Betriebskosten: Wer hier Geld einspare, komme den Mietern entgegen und verschaffe sich einen Wettbewerbsvorteil. 22 Prozent bewerten das Thema vor allem im Hinblick auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit als wichtig.

46 Prozent der professionellen Vermieter sind der Ansicht, dass das Energiesparen auch für Mieter eine wichtige Rolle spielt. Knapp ein Drittel (32 Prozent) gibt an, dass entsprechende Modernisierungsmaßnahmen von den Mietern ohne Probleme akzeptiert würden. Allerdings haben nur 26 Prozent der professionell-gewerblichen Vermieter die Erfahrung gemacht, dass der energetische Standard eines Hauses für die Neuvermietung sehr wichtig ist. Laut einer Umfrage des Immobilienportals immowelt.de halten 28 Prozent der Studienteilnehmer Maßnahmen für eine bessere Energiebilanz selbst vor dem Verkauf einer Immobilie nicht für nötig.

 

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