Im Durcheinander der Vorschriften findet sich nicht jeder Verwalter zurecht: Hier fehlt es laut DDIV an der Qualifikation Bild: Haufe Online Redaktion

Wohnungseigentümern entstehen wegen fehlerhafter Immobilienverwaltung finanzielle Schäden von bis zu 25 Millionen Euro pro Jahr. Das ergab eine Umfrage des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) unter 400 Unternehmen im Vorfeld einer öffentlichen Anhörung zum Gesetzgebungsverfahren zur Einführung von Zulassungsvoraussetzungen für Immobilienverwalter, die am 29. März im Bundestag stattfinden wird.

Bisher gibt es für Verwalter keine Mindestanforderungen, was laut DDIV zunehmend dazu führt, dass gesetzgeberische Vorgaben nicht umgesetzt werden. Die Bundesregierung hatte daher im vergangenen Jahr einen Gesetzentwurf vorgelegt, um Grundqualifikationen für die Verwalterbranche festzulegen und den Verbraucherschutz zu erhöhen.

In der politischen Diskussion stellt sich laut DDIV immer wieder die Frage, wie hoch der Schaden für den Verbraucher durch unprofessionelle Verwaltungen sein kann. Neben den genannten 25 Millionen Euro ergab die DDIV-Umfrage, dass die Aufarbeitung von mangelhaften WEG-Unterlagen bei Übernahme durch eine neue Verwaltung weitere Schäden in Höhe von 55 Millionen Euro verursache. In 94 Prozent der Fälle sei es dabei bereits zu Schadensersatzforderungen gekommen, in 16 Prozent der Fälle zu Strafanzeigen gegen die Vorverwaltung.

Professionelle Verwaltung: Probleme bei Bewerbung und Vergütung

Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) finden laut DDIV nur schwer eine professionelle Verwaltung. Weit über 80 Prozent der befragten 400 Unternehmen bewerben sich der Umfrage zufolge nicht aktiv bei den Wohnungseigentümergemeinschaften.

Mehr als 50 Prozent der Verwaltungen reagieren dem Verband zufolge außerdem nicht auf Anfragen von WEG und verweigern sich einem Auswahlverfahren. Knapp 74 Prozent lehnen Wohnungseigentümergemeinschaften ab, da sie ein zu hohes Konfliktpotential sehen. Mehr als 63 Prozent können nicht auskömmlich mit der angebotenen Vergütung wirtschaften.

Der Dachverband erachtet auch die zügige Einführung eines Weiterbildungszuschusses für Immobilienverwalter für dringend notwendig.

Häufigste Fehlerquelle: Fehlerhafte Buchführung

Knapp 34 Prozent der Unternehmen lehnen WEGs wegen unqualifizierten Vorverwaltungen ab. Häufigste Fehlerquellen seien eine unkorrekte Buchführung (76 Prozent), ein Instandhaltungs-und Sanierungsstau (75 Prozent), nicht umgesetzte Beschlüsse der Eigentümer (68 Prozent) und die Nichteinhaltung von gesetzlichen Auflagen (57 Prozent). Auch wurde oft eine fehlerhafte Beschlussfassung (52 Prozent), fehlende Abrechnungen (48 Prozent) und Mängel bei der Beschlusssammlung (35 Prozent) identifiziert.

Die befragten Unternehmen gaben aber auch an, dass sie sich selbst mindestens einmal mit Forderungen nach außergerichtlichem Schadensersatz (37 Prozent), gerichtlichem Schadensersatz (33 Prozent) und Strafanzeigen (12 Prozent) konfrontiert sahen.

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