08.01.2015 | Energieeinsparung

Diese Fristen laufen 2015 für Hauseigentümer und Verwalter

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Am 1.5.2014 ist die EnEV 2014 in Kraft getreten. Die Eigentümer von Bestandsbauten wurden von neuen Anforderungen zwar weitgehend verschont. Gleichwohl müssen Eigentümer und Verwalter älterer Gebäude 2015 einige Fristen im Blick haben. Darauf weist der Eigentümerverband Haus & Grund hin.

Austausch alter Heizungen

Bereits die EnEV 2009 sah vor, dass bestimmte alte Heizungen außer Betrieb genommen werden müssen. Diese Pflicht wurde erweitert. So dürfen Gas- und Ölheizungen mit Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, nicht mehr betrieben werden. Das bedeutet, dass solche Heizungen, die bis 1985 eingebaut wurden, 2015 gegen eine neue Heizung getauscht werden müssen, sofern noch nicht geschehen. Heizungen mit Brennwertkessel oder Niedertemperaturkessel dürfen auch nach 30 Jahren weiter betrieben werden und sind von der Austauschpflicht nicht erfasst.

Das Betreiben eines nicht mehr zulässigen Heizkessels stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, für die eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro droht.

Dämmung von Rohrleitungen

Bereits seit 2007 müssen Eigentümer von Gebäuden dafür sorgen, dass zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich in unbeheizten Räumen (z. B. im Keller) befinden, gedämmt sind, um die Wärmeabgabe zu begrenzen. Die Stärke der Dämmung richtet sich nach dem Innendurchmesser der Rohre – je großer, desto dicker. Die genauen Vorgaben sind Anlage 5 zur EnEV 2014 zu entnehmen. Verstöße sind seit Geltung der EnEV 2014 mit Bußgeld bedroht.

Dämmung oberster Geschossdecken

Oberste zugängliche Geschossdecke über beheizten Räumen zum kalten Dachboden hin, die bisher nicht gedämmt sind, müssen bis Ende 2015 eine Dämmung erhalten. Statt der obersten Geschossdecke kann auch das darüber liegende, bisher ungedämmte Dach gedämmt werden. Auch hier sind Verstöße mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bedroht.

Erfüllen die oberste Geschossdecke oder das darüber liegende Dach bereits den DIN-Mindestwärmeschutz, gibt es keine Nachrüstpflicht. Dies ist bei Decken in Massivbauweise ab Baualtersklasse 1969 der Fall. Auch bei Holzbalkendecken aller Baualtersklassen ist der Mindestwärmeschutz in der Regel bereits erfüllt.

Ausnahmen für Selbstnutzer

Relativiert werden die genannten Pflichten durch eine Sonderregelung für Selbstnutzer: Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1.2.2002 in diesen Häusern mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, müssen die Austausch- bzw. Dämmpflicht nicht erfüllen. Erst bei einem Eigentümerwechsel muss das Gebäude an die Vorgaben der EnEV 2014 angepasst werden. Der neue Eigentümer hat hierfür zwei Jahre ab Eigentumsübergang Zeit.

Außerdem müssen die Dämmpflichten nicht erfüllt werden, wenn die Aufwendungen durch die Einsparungen nicht innerhalb einer angemessenen Frist erwirtschaftet werden können.

Schlagworte zum Thema:  EnEV 2014, Energieeinsparverordnung

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