14.04.2014 | Top-Thema EnEV 2014

Neuerungen beim Energieausweis

Kapitel
Auch beim Energieausweis ergeben sich Änderungen durch die EnEV 2014.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Größere Änderungen ergeben sich aus den Neuerungen durch die EnEV 2014 beim Energieausweis.

Zahlreiche Neuerungen enthält die EnEV 2014 rund um den Energieausweis. So muss in Energieausweisen, die ab dem 1.5.2014 ausgestellt werden, die Energieeffizienzklasse des Gebäudes angegeben und farblich dargestellt werden, so wie dies z.B. bei Elektrogeräten üblich ist. Die Skala reicht von A+ (Effizienzhaus 40) bis H (nicht modernisiert).

Der Aussteller des Energieausweises muss dem Eigentümer nunmehr im Energieausweis (nicht mehr nur begleitend zum Energieausweis) Empfehlungen geben, wie sich die energetischen Eigenschaften des Gebäudes verbessern lassen (sog. Modernisierungsempfehlungen). Sofern dies nicht möglich ist, muss dies im Energieausweis vermerkt werden.

Jeder neue Energieausweis muss künftig mit einer Registriernummer versehen werden. Diese beantragt der Aussteller bei der zuständigen Behörde (Registrierstelle). Die zentrale Registrierstelle ist zunächst das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt). Dieses bietet auf seiner Homepage nähere Informationen zur Registrierung sowie eine FAQ-Liste zum Registrierungsprozess.

Bei der Registrierung muss der Aussteller des Energieausweises Art und Anschrift des Gebäudes sowie Datum und Art des Energieausweises angeben. Verstöße gegen die Registrierungspflicht können mit Bußgeldern von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Aussteller von Energieausweisen müssen außerdem künftig mit Stichprobenkontrollen durch die Kontrollstelle rechnen. Wenn die Kontrollstelle eine Stichprobe nicht für ausreichend hält, kann sie auch eine vollständige Prüfung der im Energieausweis angegebenen Daten anordnen.

Neue Pflichten für Verkäufer und Vermieter

Nicht nur die Aussteller von Energieausweisen müssen neue Pflichten beachten, sondern auch Verkäufer und Vermieter von Immobilien. Bisher mussten diese dem Käufer bzw. Mieter den Energieausweis lediglich auf Verlangen zugänglich machen. Mit der EnEV 2014 müssen sie dem Käufer spätestens bei der Besichtigung den Energieausweis oder eine Kopie davon von sich aus vorlegen. Alternativ ist es auch zulässig, den Energieausweis sichtbar auszuhängen.

Kommt es zum Abschluss eines Kaufvertrages, muss der Verkäufer dem Käufer den Energieausweis oder eine Kopie davon unverzüglich übergeben; ebenso ist einem Mieter nach Abschluss des Mietvertrages unverzüglich eine Kopie des Energieausweises auszuhändigen.

Aushang des Energieausweises in öffentlich zugänglichen Gebäuden

Unter der Geltung der EnEV 2009 mussten Eigentümer von Behördengebäuden mit mehr als 1.000 Quadratmetern Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr den Energieausweis an einer gut sichtbaren Stelle öffentlich aushängen. Mit der EnEV 2014 wird die Flächengrenze, ab der die Aushangpflicht gilt, in zwei Stufen reduziert. Ab 1.5.2015 muss der Energieausweis bereits ab 500 Quadratmetern Nutzfläche ausgehängt werden, und ab dem 9.7.2015 gilt die Aushangpflicht in Behördengebäuden bereits ab einer Nutzfläche von mehr als 250 Quadratmetern.

Zudem wird die Pflicht, den Energieausweis auszuhängen, auch auf Privateigentümer ausgedehnt, die über öffentlich zugängliche Räume verfügen, wie z. B. Restaurants, Banken, Hotels oder Geschäfte. Eigentümer solcher Gebäude müssen den Energieausweis ab dem 1.5.2014 aushängen, wenn ihr Gebäude über mit mehr als 500 Quadratmeter Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr verfügt. Bei vermieteten Flächen liegt die Aushangpflicht beim Mieter. Der Vermieter muss dem Mieter zu diesem Zweck den Energieausweis oder eine Kopie davon übergeben.

Schlagworte zum Thema:  Energieausweis, EnEV 2014, Energieeinsparverordnung, Sanierung, Heizung

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