Die Heizölpreise sind noch weiter geklettert und erreichen den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Am 7. Mai lagen die Kosten im bundesweiten Durchschnitt bei rund 68 Euro für 100 Liter. Das geht aus verschiedenen Internet-Preisportalen hervor. 2014 stieg der Ölpreis auf bis zu 80 Euro über das Jahr hinweg und pendelte sich zum Jahresschluss bei etwa 60 Euro ein. Seit Januar 2016 sind laut Check24-Gaspreisindex die Ölpreise um 53 Prozent gestiegen, während der Gaspreis um acht Prozent gesunken ist.

Den vorliegenden Informationen zufolge hat sich das Heizöl in Deutschland in den vergangenen drei Monaten um rund zehn Euro je 100 Liter verteuert. Hintergrund seien steigende Preise für den Grundstoff Rohöl. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montag mehr als 75 Dollar und damit so viel wie im November 2014.

"Wir erwarten, dass der Ölmarkt bis Mitte 2019 ein sichtbares Marktdefizit aufweisen dürfte", schreibt Analyst Jan Edelmann von der HSH Nordbank. "Das sollte die Ölpreise auf hohem Niveau verharren lassen."

Mögliche Hintergründe: Trump-Politik und Iran-Atomdeal

Der Anstieg am Rohölmarkt ist nach Einschätzung von Experten auch durch politische Faktoren wie den diskutieren Ausstieg der Trump-Regierung aus dem Atomabkommen mit dem Iran zu erklären. Daraus könnten Sanktionen folgen, die auf dem Weltmarkt zum Ausfall von 600.000 Barrel Iran-Öl führen würden.

Nicht gerade zuträglich ist auch die restriktive Politik des Opec-Kartells, die Abwärtsspirale der Öllieferungen aus Venezuela, rückläufige Lagerbestände und eine steigende Nachfrage nach Rohöl. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Nachfrage um 1,7 Millionen Barrel pro Tag, im ersten Quartal des laufenden Jahres um 2,5 Millionen Barrel pro Tag.

Gaspreise um acht Prozent gesunken

Während der durchschnittliche Heizölpreis seit Januar 2016 um 53 Prozent gestiegen ist, ging der Gaspreis in diesem Zeitraum um acht Prozent zurück, wie der Check24-Gaspreisindex zeigt. Verbraucher zahlen demnach aktuell weniger für Gas als für Heizöl. 20.000 kWh Gas kosteten im April 2018 im Durchschnitt 1.183 Euro, für eine vergleichbare Menge Heizöl wurden 1.268 Euro fällig.

Seit 2014 unterschreiten laut Check24 die Tarife der Alternativanbieter die allgemeine Preisentwicklung deutlich. Der intensive Wettbewerb unter den Anbietern führe zu sinkenden Gaspreisen: Verbraucher sparten innerhalb eines Jahres insgesamt 170 Millionen Euro, wie eine Studie der WIK-Consult, einer Tochter des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste ergab, auf die sich Check24 beruft.

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