29.07.2011 | Wohnungseigentumsrecht

Wohnungseigentümer kann Ansprüche der WEG in eigenem Namen einklagen

Ein Wohnungseigentümer kann im Gegensatz zum Verwalter als gewillkürter Prozessstandschafter Ansprüche der WEG geltend machen.

Hintergrund

Am 28.1.2011 hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass ein WEG-Verwalter keine Ansprüche der WEG in eigenem Namen geltend machen kann. Er ist kein sog. Prozesstandschafter der WEG. Das Landgericht (LG) Frankfurt/Main hatte nun zu entscheiden, ob dies auch für einen Wohnungseigentümer gilt.

Entscheidung

Das LG stellt fest, dass ein einzelner Wohnungseigentümer in eigenem Namen Ansprüche der WEG geltend machen kann, sofern er dazu ermächtigt worden ist.

Die Entscheidung des BGH zum WEG-Verwalter ist nicht auf einen Wohnungseigentümer übertragbar. Denn bei einem Verwalter fehlt ein schutzwürdiges Eigeninteresse. Dieses wurde zwar früher anerkannt und aus der Pflicht des Verwalters hergeleitet, die ihm obliegenden Aufgaben ordnungsgemäß und reibungslos zu erfüllen. Seit der Anerkennung der Teilrechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft kann diese ihre Ansprüche jedoch selbst durchsetzen; das Bedürfnis, dass der Verwalter in eigenem Namen tätig wird, ist damit entfallen.

Bei einem Wohnungseigentümer ist die Lage anders. Er hat alleine schon deswegen ein schutzwürdiges Eigeninteresse, weil er in seinen eigenen Mitgliedschaftsrechten rechtlich und wirtschaftlich betroffen ist. Er kann daher Prozessstandschafter sein.

(LG Frankfurt/Main, Beschluss v. 8.6.2011, 2-13 S 33/10)

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